Mo, 22. Oktober 2018

Ähnliche Strategie

20.05.2017 07:28

Rapid und Sturm: Suche nach "Talente-Manager"

So groß die Rivalität zwischen Rapid (oben im Video sehen Sie die Pleite im Hit gegen Salzburg am vergangenen Liga-Wochenende) und Sturm Graz in der Bundesliga auch sein mag - im Nachwuchs setzen beide Vereine künftig auf eine ähnliche Strategie. Die Wiener und die Steirer stehen kurz vor der Schaffung eines neuen Postens, dessen Bezeichnung wahlweise "Talente-Manager" oder "Personal Coach" lautet.

Dabei geht es vor allem um eine optimale Betreuung jener klubeigenen Nachwuchsspieler, die den Sprung in die Kampfmannschaft unmittelbar im Visier haben. "Ich möchte einen Anwalt für unsere größten Talente", kündigte Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel an und ergänzte, er habe bereits mit "zwei, drei Kandidaten" gesprochen. Das Präsidium sei über dieses Vorhaben informiert. Eine offizielle Absegnung des Projekts ist noch nicht erfolgt, sollte aber nur Formsache sein.

Die Stellenbeschreibung sieht vor, dass sich der neue Klubmitarbeiter um die Entwicklung der jungen Hoffnungsträger kümmert, sowohl im sportlichen als auch im persönlichen Bereich. "Ich habe schon bei Young Boys Bern einen 'Talente-Manager' eingeführt, mittlerweile ist dieser Posten in die Schweizer Lizenzierungsbestimmungen aufgenommen worden", erzählte Bickel.

Der künftige Rapid-Verantwortliche für diesen Bereich wird also den persönlichen Kontakt zu den betreffenden Spielern suchen und mit ihnen auch individuelle Trainingseinheiten abhalten. In diesem Zusammenhang wird er in engem Kontakt mit den Betreuern der Kampfmannschaft beziehungsweise der Amateure und der Nachwuchs-Teams stehen.

Kreissl nennt Wunschkandidat
Ein ähnliches Anforderungsprofil für diesen Posten gibt es auch bei Sturm Graz, wie Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl bestätigte. "Er soll 'Personal Coach' auch außerhalb des Platzes, etwa in Ernährungsfragen, sein, ein Entwicklungscoach im sportlichen Bereich und auch ein Assistent der Geschäftsführung Sport", sagte der 43-Jährige.

Sein Wunschkandidat ist Ex-Sturm-Profi Günter Neukirchner, dessen neuer Aufgabenbereich soll laut Kreissl in ein bis zwei Wochen endgültig fixiert sein. Bisher arbeitete der Ex-Teamspieler als Co-Trainer von Markus Schopp bei den Sturm Amateuren. Schopp verlässt den Verein allerdings mit Saisonende, weil es Auffassungsunterschiede mit Kreissl bezüglich der künftigen Ausrichtung der zweiten "Blackys"-Mannschaft gibt.

Schopp wollte die besten Sturm-Nachwuchskicker in seinem Team haben, das vier Runden vor Schluss in der Regionalliga Mitte an elfter Stelle liegt. Kreissl hingegen plant, jene Spieler, die kurz vor dem Platz in der Kampfmannschaft stehen, an Vereine in der höchsten oder zweithöchsten Spielklasse zu verleihen. "Damit sie viel Spielpraxis auf einem hohen Level erhalten", erklärte der Sport-Geschäftsführer.

krone Sport
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