30.04.2017 08:01 |

Freiwillig für Wien

"Für das, was wichtig ist, nimmt man sich Zeit"

Das Lebensmittelausgabeprojekt Le+O, "Lebensmittel und Orientierung", wurde im Jahr 2009 von der Caritas gemeinsam mit den Wiener Pfarren ins Leben gerufen. Seitdem entlastet Le+O armutsbetroffene Haushalte nicht nur finanziell mit Lebensmitteln, sondern bietet auch Orientierung, damit dem Klienten ein nachhaltiger Ausstieg aus der Armutsspirale gelingen und wieder Selbstverantwortung übernommen werden kann. Helferin Victoria Klomfar engagiert sich gerne ehrenamtlich für die gute Sache. Sie sagt zu krone.tv: "Es ist generell sehr wertvoll, wenn man etwas für die Gesellschaft macht. Ich finde es aber umso wertvoller, wenn man es tut, ohne dafür etwas zu verlangen ..."

In 16 Ausgabestellen in Wien erhalten armutsbetroffene Menschen einmal pro Woche Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Reis, Zucker, Teigwaren oder Konserven, aber auch Hygieneartikel, Windeln oder Waschpulver für einen Beitrag von 3,5 Euro. Das Angebot, welches sich durch Spenden finanziert, wird laufend ausgebaut - denn die Nachfrage steigt.

Seit Start hat die Caritas mit dem Projekt Le+O 25.000 Haushalten, also circa 80.000 Menschen, geholfen. 80 Unternehmen und zahlreiche Pfarren stellen die Lebensmittel zur Verfügung, die von 950 Mitarbeitern abgeholt, geprüft und ausgegeben werden - wöchentlich bis zu 14 Tonnen! So konnten allein im Jahr 2016 in den Ausgabestellen 655 Tonnen an Bedürftige verteilt werden, weitere 70 Tonnen gingen an soziale Einrichtungen.

Das Prinzip Le+O
Bei den Lebensmitteln handelt es sich um Produkte, die beispielsweise auf Grund von beschädigten oder verschmutzten Verpackungen, Falschetikettierungen oder auf Grund von Überproduktionen nicht mehr verkauft werden können. So werden die Nahrungsmittel umverteilt und nicht weggeworfen. Erhielten die Menschen ursprünglich im Le+O knapp fünf Kilogramm pro Ausgabe, so sind es mittlerweile schon zehn Kilogramm.

Die Arbeit hier ist eine starke Kraft, die viel bewegt
Doch das Le+O bietet mehr, z.B. Sozialberatung: "Wenn sie (die Klienten) aus Familien kommen, wo es Probleme gibt, haben sie eine Anlaufstelle, wo sie hinkommen können", so Victoria Klumfar zu krone.tv.

Victoria ist eine von vielen Helfern, die das Le+O tatkräftig in ihrer Freizeit unterstützen. Sie packt jeden Dienstag mit an, plaudert mit den Klienten und freut sich über die praktische Arbeit, die ihr im Studium oft fehlt. Der soziale Aspekt hat sie dazu bewogen, mitzumachen: "Ich bin selbst in der Jugend und Jungschar und hab in einer Adventmesse davon gehört (...) Alle wurden eingeladen, in die Infoveranstaltung zu kommen ..."

Seitdem hilft sie, wo sie gebraucht wird. "Dass man sich dazu entscheidet, seine Zeit mit etwas zu verbringen, das einem wichtig ist", motiviert sie.

Victorias Einsatz wird mit großer Dankbarkeit belohnt. "Die Gespräche von Mensch zu Mensch" und "dass es ihnen (den Klienten) viel gibt" freut sie, sagt sie zu krone.tv. Denn das Le+O ist mehr als der pure Austausch von Waren: "Es wird viel gesprochen mit den Gästen, auch geblödet und die Gäste kennen uns schon", meint sie. Aktiv ist sie in Meidling. Dort, in der Haschkagasse 15, unterstützen 80 Freiwillige - immer Dienstags von 11 bis 12.30 Uhr - rund 100 Haushalte.

Sie wollen sich auch ehrenamtlich engagieren? Dann besuchen Sie www.freiwillig.wien.at .

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