14.04.2017 17:02 |

United Airlines:

Nach Brutalo-Rauswurf jetzt auch Skorpion-Angriff

Für United Airlines war es wahrlich eine schwarze Woche: Der Shitstorm nach dem gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers ist groß, der Imageschaden für die US-Fluglinie ebenso. Zeitweise lösten sich Hunderte Millionen Dollar Börsenwert in Luft auf. Die Reihe an Hiobsbotschaften für die Airline war damit aber noch nicht zu Ende, denn wie der Nachrichtensender CNN nun berichtet, soll ein Fluggast an Bord eines United-Flugzeugs von einem Skorpion gestochen worden sein. Der zum Glück glimpflich ausgegangene Vorfall ereignete sich demnach just am selben Tag wie der rabiate Rauswurf.

Ein Fluggast sei am vergangenen Sonntag auf einem United-Flug vom texanischen Houston nach Calgary in Kanada von einem Skorpion gestochen worden, berichtete CNN am Freitag auf seiner Website. Die giftige Kreatur soll den Angaben von Passagier Richard Bell zufolge aus einem der Gepäckfächer herausgefallen und auf seinem Kopf gelandet sein, als er in der Businessclass gerade gemeinsam mit seiner Ehefrau das Essen zu sich nehmen wollte.

"Mein Mann fühlte etwas in seinem Haar, er packte es und es fiel auf seinen Klapptisch. Als er das Tier am Schwanz packte, stach es zu", schilderte Linda Bell gegenüber CNN den Vorfall an Bord der United-Maschine. Ihren Angaben zufolge bugsierte ihr geschockter Mann den Skorpion von seinem Tablett. Das Tier landete daraufhin im Mittelgang, wo es die Aufmerksamkeit eines anderen Passagiers auf sich lenkte, der laut rief: "Oh mein Gott, das ist ein Skorpion!"

Ein Flugbegleiter habe schnell reagiert, den Skorpion unter einem Becher gefangen und in einer der Flugzeugtoiletten hinuntergespült. Um etwaigen allergischen Reaktionen vorzubeugen, habe eine Krankenschwester, die als Passagier im Flieger saß, Richard Bell eine Antihistamintablette gegeben, so seine Gattin.

Wie der Skorpion ins Flugzeug kam, ist noch unklar. Die Maschine war laut der Flug-Tracking-Plattform "FlightAware" am Tag des Vorfalls von Costa Rica nach Houston geflogen.

"Unsere Flugbegleiter haben einem Kunden geholfen, der in der vergangenen Woche auf einem unserer Flüge von einem Tier, bei dem es sich offenbar um einen Skorpion handelte, gestochen wurde", bestätigte United Airlines in einem Statement. "Unsere Mannschaft beriet sofort mit einem Arzt auf dem Boden, der während des Vorfalls eine Anleitung lieferte und unsere Mannschaft versicherte, dass es keine lebensbedrohliche Angelegenheit war."

Zudem habe laut der Airline medizinisches Personal den Passagier nach der Landung in Calgary in Empfang genommen. Bell wurde ins Krankenhaus eingeliefert, konnte aber schon nach kurzer Zeit wieder entlassen werden. Der Skorpion habe zum Glück größtenteils seinen Fingernagel erwischt, als er zustach, erinnert sich der Mann im Gespräch mit der britischen BBC an den Vorfall.

United Airlines entschuldigte sich mittlerweile bei Richard Bell und bat den Bells eine Entschädigung an. Details dazu wollte das Ehepaar nicht öffentlich machen. Vorfälle wie dieser seien laut CNN selten, aber nicht gänzlich unbekannt. So wurde eine Frau im Jahr 2015 auf einem Flug von Los Angeles nach Portland im US-Bundesstaat Oregon von einem Skorpion gestochen.

Airline seit Jahren von Problemen geplagt
Nach der weltweiten Empörung über den rabiaten Rauswurf - der betroffene Passagier David Dao wird die US-Fluggesellschaft verklagen, wie seine Anwälte am Donnerstag ankündigten - und dem Skorpion-Vorfall wird wohl aus der Firmenzentrale von United Airlines ein lauter Seufzer zu hören sein, wenn diese Krisenwoche endlich zu Ende gegangen ist.

Im Video - US-Airline lässt Passagier brutal aus Jet zerren:

Schon nach der von Experten als verpfuscht angesehenen Fusion mit dem US-Rivalen Continental im Jahr 2010 gab es Probleme - von Mängeln im Reservierungssystem und Computerpannen, die zu vielen Flugausfällen führten, über Imageschäden wegen fehlender Rollstühle an Bord bis hin zu einem Korruptionsskandal, der den Vorgänger des aktuellen United-Chefs Oscar Munoz den Job kostete. Vor diesem Hintergrund war die bei vielen US-Kunden als Inbegriff von schlechtem Service geltende Airline gerade erst auf dem Wege der Besserung ...

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