06.04.2017 16:55 |

Nachfolge-Debatte

Häupl: "Ich übergebe ja hier nicht einen Hof"

Daran lässt der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) keinen Zweifel: "Bis zum letzten Tag" werde er für die Stadt kämpfen. Vorerst steht eine Organisationsreform, die auch eine Finanzreform ist, ins Haus. Denn: "Flächenbezirke versus Innenstadtbezirke ist eine viel zu kurz gegriffene Analyse." Der Stadtchef im "Krone"-Interview.

"Krone": Herr Bürgermeister, wie ist die Stimmung momentan in der Wiener SPÖ?
Michael Häupl: Ich habe den Eindruck, dass es eine gewisse Erleichterung gibt.

Was haben Sie am Mittwoch vor Ihren Genossen rund um Ihren Abschied aus der Politik wirklich gesagt?
Ja, es ist richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Bundesparteivorsitzenden bei der nächsten Nationalratswahl unterstützen werde. Danach können wir sofort darüber reden, wie das aussieht mit der Übergabe. Wir können innerhalb kurzer Zeit einen Landesparteitag einberufen, der sich mit der Wahl des Vorsitzenden beschäftigt. Ich werde meinen Nachfolger im Bürgermeisteramt sicher nicht eineinhalb Jahre warten lassen, wie das mir passiert ist.

Werden Sie bei möglichen Koalitionsverhandlungen selbst noch eine Rolle spielen oder das dem Nachfolger überlassen?
Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten wird sich die Leute aussuchen. Ich war nicht immer bei allen Koalitionsverhandlungen im Bund dabei, und wenn, dann nur auf Einladung des Bundesparteivorsitzenden.

Jetzt sollen Sie gesagt haben, dass Sie als Nachfolger niemanden bevorzugen, aber auch niemanden blockieren.
Das ist ein vollkommener Unsinn. Der Parteivorstand wird nach der Nationalratswahl, wenn es so weit ist, eine Empfehlung beschließen, die geht an den Landesparteitag. Das schließt nicht aus, dass es eine Gegenkandidatur gibt. Ich übergebe ja hier nicht einen Hof.

Ist Wohnbaustadtrat Michael Ludwig Ihr Wunschkandidat?
Mein Wunschkandidat ist belanglos. Es geht darum, wer eine ordentliche Mehrheit in der Wiener Partei hat, und der wird es werden. Ansonsten lese ich alle Nachfolgespekulationen nur in den Medien.

Wie wollen Sie verhindern, dass Ihr Nachfolger eines Tages vielleicht doch Rot-Blau bevorzugt?
Das kann ich nicht verhindern, aber der Parteitag. Und der einstimmige Beschluss hat bekanntlich auch alle Stimmen der wesentlichen Funktionsträger und Delegierten.

Rot-Blau im Burgenland wird rauf und runter gelobt. Sehen Sie das auch so?
Nein, gar nicht. Ich verstehe den Hans Niessl, dass er mit 44 Prozent das Land nicht hergeben wollte. Von außen gesehen habe ich aber den Eindruck, dass es sich um eine sozialdemokratische Alleinregierung handelt, von den Freiheitlichen sehe ich da nichts.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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