03.11.2006 12:29 |

Notstand in Russland

Vergiftungswelle in Russland

Gepanschter Fusel sorgt derzeit in Russland für unzählige Todesopfer und chaotische Zustände in den Krankenhäusern. Hunderte Menschen sind nach dem Konsum von diversen „Fusel-Wodkas“ an Hepatitis und Leberversagen gestorben, Tausende Vergiftete füllen die Krankenstationen. In manchen Regionen wurde sogar der Notstand ausgerufen!

Die russische Staatsanwaltschaft fordert ein hartes Durchgreifen gegen illegale Alkoholproduzenten, die mit dem verunreinigten Wodka Schuld am Tod von immer mehr Menschen haben. Die Herkunft des hochgiftigen Gebräus ist immer noch ungeklärt, polizeiliche Ermittlungen laufen.

Neues Gesetz brachte Schwarzmarkt zum Blühen
Viele Russen geben einem neuen Gesetz die Schuld an der Massenvergiftung. Seit Anfang Juli gelten neue Registrierungs- und strengere Hygienevorschriften, die die Verbraucher eigentlich besser schützen sollten. Die Hersteller gaben die zusätzlichen Kosten jedoch an die Konsumenten weiter, die daraufhin verstärkt zu anderen alkoholhaltigen Substanzen griffen.

Arme strecken Alk mit Bremsflüssigkeit und Aftershave!
„Die Leute begannen, Antiseptika zu trinken“, erzählt der Chef der Nationalen Alkoholverbands. Die ersten Vergiftungen durch Wundreinigungsmittel seien unmittelbar nach der Einführung des neuen Gesetztes eingetreten. Die Armen Russlands ihre Wodkavorräte mittlerweile mit Bremsflüssigkeit, Fensterreinigern, Feuerzeugbenzin und Aftershave!

Traurige Tradition des Wodka-Trinkens
Wodka ist seit Jahrhunderten das beliebteste Getränk der Russen und spielt im sozialen Leben eine wichtige Rolle. Das feurige Nationalgetränk wird vielfältig eingesetzt: bei Festen, zur Beruhigung der Nerven, beim Abschluss von Verträgen und um Kummer zu ertränken. „Samogon“, die selbstgebrannte Variante, bringt vor allem den Arbeitern Trost - und ihre Angehörigen zur Verzweiflung. Bisher sind alle Versuche, den Alkoholkonsum einzuschränken, fehlgeschlagen.