Mi, 24. April 2019
01.02.2017 15:12

Personal überfordert

Südafrika: 94 Patienten nach Verlegung gestorben

In Südafrika sind mindestens 94 psychisch kranke Patienten nach ihrer Verlegung aus einem Krankenhaus zu billigeren und überforderten privaten Anbietern gestorben. "Das ist eine vorläufige Zahl, es könnten noch mehr Opfer sein", sagte Experte Malegapuru Makgoba am Mittwoch in der Hauptstadt Pretoria bei der Vorlage eines Untersuchungsberichts zu der Todesserie des vergangenen Jahres.

Nur eine Person sei den Folgen einer psychischen Erkrankung erlegen, wie Makgoba der örtlichen Nachrichtenagentur ANA zufolge weiter erklärte. Die Regierung der Provinz Gauteng hatte zuvor von 36 Toten gesprochen.

Keine der Ersatzeinrichtungen hat nötige Lizenz
Um Kosten zu sparen, hatte Gauteng den langjährigen Vertrag mit einer etablierten privaten Klinik aufgekündigt und mehr als 1000 psychisch kranke Patienten von März bis Dezember zur Behandlung auf private Organisationen verteilt. Aber keine dieser 27 Einrichtungen habe dafür eine Lizenz gehabt, wie Makgoba erklärte. Sie hätten weder die Kompetenz noch die Ressourcen für die Behandlung der Patienten gehabt, heißt es in dem Untersuchungsbericht.

Verlegung der Patienten "chaotisch und übereilt"
Die Aufkündigung des Vertrags mit der Klinik und die rasche Verlegung sei "chaotisch und übereilt" gewesen. Die Opposition forderte den Rücktritt der Provinz-Gesundheitsministerin Qedani Mahlangu.

Die Provinz Gauteng umfasst unter anderem die Hauptstadt Pretoria und die Wirtschaftsmetropole Johannesburg.

 krone.at
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