Sa, 19. Jänner 2019

Vor dem Derby

21.10.2016 13:45

Rapid-Alarm: Seit exakt einem Monat kein Sieg!

Rapid-Alarm ausgerechnet vor dem Wiener Derby! Seit exakt einem Monat, dem 1:0 im Cup gegen Leobendorf am 21. September, ist der Rekordmeister ohne Sieg geblieben. Auch, wenn die Leistung in der Europa League gegen Sassuolo wieder wesentlich stärker gewesen ist, ist man vor dem Duell mit der Wiener Austria am Sonntag im seit Freitag restlos ausverkauften Allianz Stadion gewarnt. Oben im Video sehen Sie die Stimmen zum Spiel gegen Sassuolo!

Ein bitterböses Eigentor hat Rapid die Trendwende vor dem Derby vermasselt, der Kopfball von Schrammel ins eigene Netz tat gegen Sassuolo doppelt weh. "Es ist echt schade, dass wir uns für unseren großen Aufwand nicht belohnen können. Wir haben nicht nur am Samstag ein Gegentor kassiert, das vermeidbar war. Heute haben wir dem Gegner wieder ein Tor geschenkt. Das tut weh", sagte Rapid-Trainer Mike Büskens.

"Zu einfache Gegentore"
"Wir kassieren zu einfache Gegentore, es ist sehr bitter. Ich mache 'Schremser' aber keinen Vorwurf", sagte Büskens. Trotz des Blackouts des Außenverteidigers hätten die Wiener die drei Punkte holen können und auch müssen. In einem Angriffsfurioso zu Beginn des Spiels fehlte, mit Ausnahme des Führungstreffers von "Mr. Europacup" Louis Schaub (7.), der über seinen 16. Treffer im 27. Spiel jubelte, die nötige Kaltschnäuzigkeit. Zu allem Überdruss traf kurz vor der Pause Joelinton mit einem herrlichen Seitfallzieher nur die Oberkante der Latte (41.).

Rapids Auftritt war da mit jenen in der Liga in St. Pölten (1:1), Ried (2:4) und gegen Altach nicht vergleichbar. "Nach den letzten Ergebnissen wollten wir einen wirklich guten Auftritt zeigen. Das ist in der ersten Hälfte gut gelungen, nur haben wir uns für unseren Aufwand nicht richtig belohnt", analysierte Schaub. Das sah auch Kapitän Stefan Schwab so: "Die erste Hälfte war gute Werbung für den österreichischen Fußball, da war richtig viel Tempo drinnen." Laut Richard Strebinger sei es gelungen, den Gegner zu überraschen. "Sassuolo hat nicht mit der Wucht gerechnet, mit der wir gestartet sind", sagte der Goalie.

Büskens spricht von "überragendem Auftritt"
Büskens bezeichnete den Auftritt vor der Pause als "überragend". "Wir haben den Gegner sehr früh und fast permanent unter Druck gesetzt. Wir haben es nur verpasst, das zweite, dritte und vielleicht vierte Tor nachzulegen", analysierte Rapids Coach. Der Serie-A-Klub, der da durch Antonino Ragusa (16.) auch eine Topchance vorfand, wirkte überrascht vom vor allem in der Anfangsviertelstunde extrem starken Auftritt der Hausherren. Durch Rapids Abschlussschwäche blieben die Italiener aber im Spiel.

Nach dem Seitenwechsel schwanden bei den Wienern sichtlich die Kräfte. "Wenn du das Tempo so hochgefahren hast, ist es schwer, auch in der zweiten Hälfte so weiterzumachen. Da haben wir Tribut gezollt", meinte Büskens. Rapid kam nach der Pause nicht mehr so in die Zweikämpfe, Sassuolo war deutlich überlegen, im entscheidenden Bereich aber kaum gefährlich. "Deshalb ist es sehr schade, dass wir nicht gewonnen haben", so Büskens.

Rapid (4) ist damit auch zur Halbzeit der Gruppe F als Dritter außerhalb der Aufstiegsränge. Überraschend ist Favorit Athletic Bilbao (3) Letzter und Genk (6) vor Sassuolo (4) an der Spitze. "Wenn du mit sechs Punkten dasitzen würdest, wäre es sehr gut, aber wir können auch mit dem einen Punkt leben. Wir haben noch alle Möglichkeiten", schilderte Büskens seine Sicht. Am 3. November kommt es in Reggio Emilia zum "Rückspiel". "Da wollen wir auch was holen", gab der 48-Jährige die Marschroute vor.

Trotzdem Selbstvertrauen für das Derby
Das zweite Duell mit den Italienern ist aber nach Spielschluss sofort in den Hintergrund gerückt, wartet doch am Sonntag im ausverkauften Allianz Stadion das Derby gegen die Austria. Da nach etwas mehr als einem Monat ohne Erfolg auf die Siegerstraße zurückzukehren, wäre ein passender Moment und vielleicht eine Initialzündung für das Herbstfinish. "Das Ergebnis gibt uns nicht viel Auftrieb, aber die Leistung gibt uns was. Wir haben gezeigt, dass wir es können, das war wichtig. Wir werden jetzt am Sonntag alles daran setzen, dass die drei Punkte in Hütteldorf bleiben", versicherte Schwab.

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