Gewaltexzess

Acht Tote bei Wahlen im Jemen

Ausland
20.09.2006 18:14
Die Präsidentschaftswahl im Jemen ist am Mittwoch von Gewaltausbrüchen und Terrorängsten überschattet worden. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern von Präsident Ali Abdullah Saleh und den Unterstützern der Oppositionskandidaten in den Provinzen Taiz und Amran wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen acht Menschen getötet, darunter zwei Polizisten. Sechs weitere Jemeniten wurden verletzt.

Der Urnengang ging unter dem Schutz von rund 100.000 Soldaten über die Bühne. Zur Wahl aufgerufen waren 9,2 Millionen Jemeniten, unter ihnen 3,9 Millionen Frauen. Auf den Stimmzetteln war neben dem Namen der Kandidaten ihr Foto abgebildet. Etwa die Hälfte der Jemeniten kann nicht lesen und schreiben.

Der wichtigste Herausforderer des seit 28 Jahren amtierenden Präsidenten ist der ehemalige Öl-Minister Faisal bin Shamlan, der von der islamistischen Islah-Partei und vier weiteren Oppositionsparteien unterstützt wird. Er gab seine Stimme in seinem Heimatort in der Region Hadramaut ab. Saleh hatte am Dienstag erklärt, ein Leibwächter Bin Shamlans sei unter Terrorverdacht verhaftet worden. Die Islah Partei behauptete daraufhin, der Leibwächter sei ein von der Staatsmacht bewusst im Wahlkampfteam platzierter Geheimdienstagent.

Beobachter sprachen von einer relativ hohen Wahlbeteiligung. Vor den Wahllokalen in der Hauptstadt bildeten sich am Morgen lange Warteschlangen. Die mehr als neun Millionen Wahlberechtigten des südarabischen Landes sollten an diesem Mittwoch auch neue Gemeinderäte wählen. Mit den Resultaten wird frühestens am Donnerstagabend gerechnet.

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