30.09.2016 12:21 |

Zika-Alarm in Asien

Erstmals Babys mit Mikrozephalie in Thailand

Erstmals ist nun auch in Südostasien bei Babys mit Mikrozephalie das Zika-Virus nachgewiesen worden. Experten in Thailand gehen davon aus, dass der Erreger Auslöser für die Schädelfehlbildung ist, wie das Gesundheitsministerium in Bangkok am Freitag mitteilte. Das Virus sei bei den zwei Babys in Urin und Blut nachgewiesen worden, sagte der Sprecher der Abteilung für Krankheitsprävention, Vicharn Pawan.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte Schwangeren wenige Stunden vor der Bekanntmachung empfohlen, zehn Länder in Südostasien zu meiden. Der Zika-Erreger kann bei Babys im Mutterleib zur Schädelfehlbildung Mikrozephalie führen. Besonders betroffen sind aber Brasilien und Kolumbien in Südamerika. Dort wurden bisher die allermeisten Fälle von Missbildungen bei Babys durch das Zika-Virus gemeldet: rund 2000.

Ansteckung auch durch Sex möglich
Von Mikrozephalie betroffene Kinder werden mit einem sehr kleinen Kopf geboren. Folgen können geistige Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen sein. Die Infektion wird durch Mücken übertragen, Ansteckungen sind aber auch durch Sex mit Infizierten möglich. Die Krankheit verursacht grippeähnliche Beschwerden, die allermeisten Fälle verlaufen aber glimpflich.

In Südostasien ist das Virus zwar seit Jahren präsent. Neue Fälle wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zuletzt aus Singapur, den Philippinen, Malaysia und Vietnam gemeldet. Aber kein Land hatte bisher bei Babys mit Mikrozephalie eine Zika-Infektion nachgewiesen. "Keine Panik", sagte der Sprecher. "Nicht alle Babys von mit Zika infizierten Müttern werden mit Mikrozephalie geboren."

Es sei unklar, ob es tatsächlich mehr Infektionen in Südostasien gibt oder ob die Zahlen nur wegen höherer Aufmerksamkeit der Behörden steigen, erläutert die US-Gesundheitsbehörde CDC. In vielen Ländern seien Einheimische vermutlich immun. Dies gelte aber nicht für Amerikaner - und andere Ausländer, die aus Ländern kommen, in denen das Virus nicht präsent ist.

US-Gesundheitsbehörde warnt Schwangere
"CDC empfiehlt Schwangeren, nicht nötige Reisen in südostasiatische Länder mit Zika-Infektionen zu verschieben", teilte die Behörde mit. Sie nennt Thailand, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Laos, Brunei Osttimor und die Malediven.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 21. Jänner 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.