11.09.2006 13:54 |

Atomgespräche

IAEO-Chef drängt EU und Iran zu Verhandlungen

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Mohammed El Baradei, hat den Iran und die Europäische Union aufgefordert, die Verhandlungen zur Lösung des Atomstreits fortzusetzen. „Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass Verhandlungen der beste Weg zur Beendigung (des Konflikts) sind“, sagte El Baradei vor der Tagung des IAEO-Gouverneursrats in Wien.

Allerdings sei der Zeitraum für eine diplomatische Lösung begrenzt, räumte El Baradei ein. Der IAEO-Chef sagte, er sei „sehr besorgt“, dass sich Teheran in den vergangenen Monaten geweigert habe, bei der Überprüfung seines Atomprogramms voll mit seiner Organisation zusammenzuarbeiten.

El Baradei fühlt sich jedoch, wie er sagte, durch die Fortsetzung der Gespräche „ermutigt“, und erklärte, er habe Kontakt zum außenpolitischen Beauftragten der EU, Javier Solana, und dem iranischen Atomunterhändler Ali Larijani gehabt.

Nach deren eigenen Angaben wurden bei den Sondierungsgesprächen am Wochenende in Wien „Fortschritte“ erzielt. Europäischen Diplomaten zufolge hat Teheran dabei ein zweimonatiges Moratorium für seine international umstrittene Urananreicherung vorgeschlagen, meldete Reuters am Montag.

Solana und Larijani hatten erklärt, die Gespräche über das iranische Atomprogramm würden fortgesetzt. Als mögliche Termine wurden Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche genannt, Wien könnte erneut Ort des Treffens sein.

Der Chef der IAEO sagte dazu, er „hoffe, dass sie bei einem erneuten Treffen zu einer Abmachung kommen werden, um zum Verhandlungstisch zurückzukehren“. Es ist damit fraglich, ob der UN-Sicherheitsrat bereits in dieser Woche auf Druck der USA hin über Sanktionen gegen den Iran beraten wird.