31.08.2006 08:19 |

Perverser "Prophet"

Perverser US-Sektenführer verhaftet

Warren Steed Jeffs stand auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher. Nicht als Mörder, sondern als perverser "Prophet". Unter dem frommen Deckmantel missbrauchte der 50-jährige skrupellos Frauen und Minderjährige. Bei einer Verkehrskontrolle nahe Las Vegas wurde er jetzt gefasst.

Jeff war vier Jahre Führer der fundamentalistischen Sekte FLDS. Er allein hat 40 Frauen und 60 Kinder. Der Tyrann herrschte über 10.000 Mitglieder, die an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Arizona und Utah angesiedelt sind.

Die Sektenmitglieder lebten zwar mietfrei in ihren Häusern in Colorado City und Hildale, waren aber der Willkür der Kirche machtlos ausgeliefert. So wie Lenore Holm. Diese weigerte sich, ihre 15-jährige Tochter Nicole als Braut an einen 39-jährigen Kirchenobersten abzugeben. Als Jeffs das erfuhr, setzte er die Holm-Familie vor die Türe.

Jeffs Wort war Gesetz
Selbst kleinste Widersprüche gegen Kirchenedikte wurden nicht geduldet. Jeffs: "Der Mensch gehört dem Propheten und muss das machen, was ihm befohlen wird." Sein Wort war Gesetz - auch im weltlichen Sinne. Alle Cops in Colorado City und Hildale waren Kirchenmitglieder und sorgten als Sektenpolizei für Ordnung. Wehrten sich Mädchen und Frauen, als Besitz der Männer wie Vieh behandelt zu werden, drohte man ihnen mit dem Irrenhaus.

Missbrauch gehörte zum Alltag
Polygamie ist für die männlichen Sektenmitglieder Gesetz. Wer nicht mindestens drei Frauen hat, bekommt keinen Einlass in die "oberste Stufe des Himmels". Sexueller Missbrauch durch Jeffs und andere Sektenälteste gehörte zum Alltag. Als Pennie Peterson mit 13 vergewaltigt wurde, entschied Jeffs, dass sie ihren Peiniger heiraten musste.

Im Sommer 2004 wurde Haftbefehl gegen Warren Jeffs erlassen. Er flüchtete. Ein ehemaliges Opfer: "Ich kann es kaum fassen, dass man ihn endlich geschnappt hat. Es ist höchste Zeit, dass er für das büßt, was er jungen Mädchen angetan hat."