31.08.2006 21:41 |

Gefahr im Irak

Anschlagsserie in Bagdad geht weiter

Eine neue Anschlagsserie hat am Donnerstagabend in Bagdad binnen einer halben Stunde mindestens 46 Menschen das Leben gekostet. Etwa 135 weitere wurden verletzt. Polizeiangaben zufolge detonierten innerhalb weniger Minuten zwei Autobomben - eine davon auf einem belebten Markt. Fast zeitgleich landeten Mörsergranaten auf Gebäuden, ferner explodierte ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz.

Insgesamt sieben Raketen seien im hauptsächlich von Schiiten bewohnten Osten der Stadt eingeschlagen, als sich die Familien in den Häusern zum Abendessen eingefunden hätten, verlautete aus dem Innenministerium.

Die Zahl der Toten könne noch steigen, hieß es weiter. "Die Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht", sagte ein Polizist. "Es liegen immer noch Menschen unter den Trümmern." Wer die Raketen des sowjetischen Typs Katjuscha abgefeuert hatte, blieb zunächst unklar.

Welle der Gewalt
Vor der Anschlagsserie am Abend hatte sich inmitten wartender Autos ein Selbstmordattentäter an einer Tankstelle in Bagdad in die Luft gesprengt. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Menschen getötet und 13 verletzt. Bei der Explosion einer Bombe in der Nähe eines Restaurants an einer Hauptverkehrsstraße wurden laut Polizei acht Menschen verletzt. Im Nordosten der irakischen Hauptstadt erschossen Bewaffnete einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Ölministeriums. Zwei weitere wurden verletzt.

Bush: "Entscheidender ideologischer Kampf"
US-Präsident Bush erklärte indes, ein Abzug der Truppen seines Landes aus dem Irak hätte zum jetzigen Zeitpunkt katastrophale Folgen. "Wir würden den Irak unseren schlimmsten Feinden überlassen - Saddams früheren Gefolgsleuten, bewaffneten Gruppen mit Verbindungen zum Iran und Al-Kaida-Terroristen aus der ganzen Welt", so Bush. Bei dem Krieg gehe es um mehr als einen militärischen Konflikt. "Das ist der entscheidende ideologische Kampf des 21. Jahrhunderts." Die irakischen Sicherheitskräfte wollen im September die Kontrolle über eine zweite Provinz im Süden des Landes übernehmen.