Mo, 17. Dezember 2018

Passiv immunisiert

27.04.2016 15:32

Antikörper-Gabe schützt Affen monatelang vor HIV

Die Gabe von speziellen Antikörpern schützt Makaken über Monate vor einer Variante des Aids-Erregers HIV. US-Forscher hatten die Affen einmalig mit jeweils einem bestimmten Antikörpertyp behandelt und sie anschließend wöchentlich dem Erreger ausgesetzt.

Ein Team um Malcolm Martin vom Nationalen US-Institut für Allergie und Infektionskrankheiten in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland fand dabei heraus, dass die einmalige Antikörper-Behandlung die Affen bis zu 23 Wochen lang vor einer Ansteckung bewahren kann. Als besonders wirksam erwiesen sich dabei Antikörper, deren Halbwertszeit im Körper zuvor durch chemische Modifikationen verlängert wurde, wie die Forscher im Fachjournal "Nature" schreiben. Während die damit immunisierten Affen im Durchschnitt 14,5 Wochen vor einer Ansteckung geschützt waren, infizierten sich Makaken ohne Antikörper-Behandlung im Durchschnitt nach drei Wochen.

Antikörper offenbar effektiver als Impfstoffe
Das Vorgehen der US-Forscher wird passive Immunisierung genannt. Das Problem bei der Methode sei, "dass die Antikörper vom Körper abgebaut werden und immer wieder neu gegeben werden müssen", erläuterte Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut der Universität Hamburg. Gelänge es, Antikörper mit einer sehr hohen Beständigkeit zu entwickeln, würde dies einen wichtigen Durchbruch darstellen. "Die passive Übertragung von Antikörpern scheint effektiver zu sein als bisher getestete Impfstoffe", sagt Altfeld.

Der HIV-Forscher Gerd Fätkenheuer von der Universität Köln hält die Studienergebnisse und das Konzept der passiven Immunisierung ebenfalls für sehr spannend. "Hier wird zum ersten Mal gezeigt, dass eine einmalige Gabe von Antikörpern längerfristig schützen kann." Bisher habe sich ein solcher Schutz nur nachweisen lassen, wenn die Infusion unmittelbar vor dem Kontakt mit dem HI-Virus erfolgt sei.

An Strategie zum Schutz vor Hepatitis A orientiert
Die US-Forscher hatten sich bei ihrem Ansatz an ehemals erfolgreiche Strategien zum Schutz vor Hepatitis A orientiert. Unter Umständen, so schreiben Martin und Kollegen, könne der Schutz bei der passiven Immunisierung gegen HIV durch eine Kombination der getesteten Antikörper sogar noch erhöht werden. Beim immunologischen Schutz vor einer Aids-Infektion durch eine aktive Impfung oder durch eine passive Immunisierung über die Gabe von Antikörpern kommt es auf eine breite Wirksamkeit gegen die verschiedenen Virusvarianten an.

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