18.07.2006 17:11 |

Verheerend

Dutzende Tote bei Bombenanschlag im Irak

Ein Selbstmordattentäter hat am Dienstag nahe einer schiitischen Moschee in der südirakischen Stadt Kufa 59 Menschen mit in den Tod gerissen. 130 weitere wurden verletzt, wie Ärzte mitteilten. Bei den meisten Opfern handelte es sich um schiitische Tagelöhner. Irakische Sicherheitskräfte töteten indes einen Jordanier, der für den Tod zweier US-Soldaten im Juni verantwortlich gemacht wurde.

Laut Polizeiangaben zündete der Attentäter den Sprengsatz in seinem Kleinbus auf einem Marktplatz in Kufa. Zuvor hatte er eine Gruppe von Tagelöhnern mit dem Versprechen, ihnen Arbeit zu vermitteln, in das Fahrzeug gelockt. Kufa liegt rund 160 Kilometer südlich von Bagdad und gilt als Hochburg des radikalen schiitischen Predigers Muktada al Sadr.

Die Bombe detonierte in einem Abstand von etwa 50 bis 100 Metern zu einem schiitischen Schrein. Ärzte berichteten, es seien 59 Leichen in die Krankenhäuser der nahe gelegenen Städte Najaf und Kuf gebracht worden. 132 Menschen seien verletzt. Sechs Autos und zwei Restaurants wurden durch die Explosion zerstört.

Nach dem Anschlag kam es zu schweren Ausschreitungen zwischen Bewohnern und Polizei. Der irakische Ministerpräsident Maliki verurteilte die Bluttat und versprach, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Der gesuchte Jordanier Diyar Ismail Mahmud wurde bei einem Gefecht mit Sicherheitskräften tödlich verletzt, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Mahmud wurde für den Foltertod zweier US-Soldaten verantwortlich gemacht, deren schwer misshandelte Leichen am 19. Juni südlich von Bagdad entdeckt worden waren.