Nach dem spektakulären Überfall auf ein Luxusuhren-Geschäft in der Innsbrucker Altstadt dürften die drei Täter leider längst über alle Berge sein. Auch wenn sich die Ermittler nicht festlegen wollen: Die Vorgangsweise der Ganoven ähnelt sehr jener der berüchtigten "Pink-Panther"-Bande. Beute: Etwa 40 teure Uhren.
„Wir sind noch mit der Spurenauswertung beschäftigt. Auch die Beutehöhe ist noch offen, diese wird erst durch die Inventur im Geschäft klar“, schildert Ermittler Albert Maurer die Arbeit der Polizei nach dem Coup in der Riesengasse. Einiges deutet darauf hin, dass die aus Ex-Jugoslawien stammende „Pink Panter“-Bande dahinter steckt.
- Brutale Vorgangsweise: Ohne zu zögern zertrümmerte das Trio mit Brachialgewalt die Vitrinen und räumte diese blitzartig leer.
- Flucht: Die Ganoven rannten wie auch in anderen Fällen zu Fuß weg (gerne gegen Einbahnstraßen, um nicht per Auto verfolgt werden zu können) und steigen dann in ein vorher gestohlenes Fluchtfahrzeug um. Dieses wird dann gewechselt.
- Sprache: Laut den Zeuginnen sprachen die Täter vermutlich in osteuropäischer Sprache (bei den vom Balkan stammenden „Pink-Panther“-Mitgliedern ist dies häufig serbokroatisch).
Ähnlicher Coup in Innsbruck
Ermittler Maurer warnt aber vor voreiligen Schlussfolgerungen: „Es gibt auch andere Tätergruppen mit verschiedenen Nationalitäten und Hintergründen.“ Am 27. Jänner 2011 wurde der Juwelier Leitner in der nahen Maria-Theresien-Straße Opfer eines ähnlichen Coups. Drei Täter wurden bei einer Verfolgungsjagd gefasst und so auch ein vorheriger Juwelen-Coup in Klagenfurt geklärt. Damals waren es „Pink Panther“.
Film gab der Bande den Namen
Den Namen „Pink Panther“ bekam die Bande von Ermittlern des britischen Scotland Yard: Nachdem 1993 in London ein Juwelier ausgeraubt worden war, versteckten die Täter die Beute (Diamanten um eine halbe Million Pfund) in einem Tiegel Gesichtscreme. Ein Trick, der schon 1963 im Film „Pink Panther“ vorkam. Insgesamt, so glaubt Interpol, setzt sich das weltweit agierende Netzwerk aus rund 200 Mitgliedern zusammen, die bisher 150 Überfälle begingen. Die Mitglieder stammen aus Ex-Jugoslawien und haben großteils Armee- oder Miliz-Vergangenheit, daher ist ihnen auch der Umgang mit Waffen vertraut. Dieses Wissen setzten sie bei spektakulären Beifreiungsaktionen aus Gefängnissen ein, etwa 2013 in der Schweiz, als sie Sturmgewehre nutzten.













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