"Krone"-Kommentar

Klaus Herrmann: Österreicher wollen Ehrlichkeit

Österreich
13.02.2016 18:00

Sie melden sich gerne zu Wort, die Leser der "Krone". Und wir geben ihnen auch gerne eine Stimme. So beflügeln einander Leser und Redaktion gegenseitig: Weil unsere Leser spüren, dass wir sie ernst nehmen, bekommen wir auch so viele Rückmeldungen.

Doch obwohl wir diese gute Wechselbeziehung seit Jahrzehnten pflegen, überraschen uns unsere Leser manchmal mit der Massivität ihrer Mails und Briefe zu einem Thema: Auf den am Sonntag der Vorwoche veröffentlichten Leitartikel "Schwarzmaler und rosarote Brille" erreichten uns binnen weniger Tage Hunderte Zuschriften. Und etwa 98 Prozent waren zustimmend. Worum es ging? Um die Aufforderung des sogenannten Presserates, auf die "Nennung der Herkunft bei Straftätern zu verzichten".

Genau dieser Aufforderung kommt die "Kronen Zeitung" nicht nach. Denn so wie Sie seit Jahrzehnten in der "Krone" vom Osttiroler Mörder, dem Mühlviertler Vergewaltiger, dem obersteirischen Betrüger oder dem Floridsdorfer Einbrecher lesen, so erfahren unsere Leser auch, wenn der Vergewaltiger ein Marokkaner, der Räuber ein Afghane oder der Dealer ein Nigerianer ist.

Behörden spielen bei "Schweigepflicht" mit
Doch während sich die hochtrabend - wie im alten Rom - "Senate" genannten Gremien des Presserates noch nicht dazu aufgeschwungen haben, den Medien zu verbieten, die Herkunft von Straftätern aus dem Tiroler Oberland, dem Waldviertel oder dem Südburgenland zu nennen, sollten wir dies bei Schwarzafrikanern oder Arabern sehr wohl tun. Und müssen es manchmal auch wirklich, weil die Behörden bei dieser "Schweigepflicht" mitspielen. Aber ich kann Ihnen versichern: Die Redakteure der "Kronen Zeitung" recherchieren gut!

Wir sagen Nein zu jedem Pauschalverdacht. So wie nicht alle Lavanttaler Gauner sind, weil zwei von ihnen eine Bank überfallen haben, genausowenig sind alle Flüchtlinge kriminell. Im Gegenteil - die allermeisten sind Menschen, die alles verloren haben und dankbar für jede Hilfe sind. Aber gleichzeitig lassen wir uns nicht verbieten, darauf hinzuweisen, wenn es Häufungen von Straftaten bei bestimmten Zuwanderergruppen gibt.

Vertrauen in Politiker und Journalisten geht verloren
Die Menschen in unserem Land erwarten Ehrlichkeit. Von der Politik und von den Medien. Der Verdacht, dass "die uns alle eh täglich beschwindeln" ist zwar ungerecht. Aber das Grundvertrauen geht eben durch eine nicht geringe Anzahl an Politikern und Journalisten, die viel Kraft aufwenden, den Österreichern KEINEN reinen Wein einzuschenken, verloren.

Wir hören auf die Leute, wir legen den Finger auf wunde Punkte. Zwei "Krone"-Schlagzeilen aus den vergangenen Tagen sorgten für hohe Wellen - auch bei den meisten anderen Medien. Die Arbeiterflut aus Osteuropa stoppen ist so ein Thema, das, nachdem es die "Krone" aufgegriffen hatte, nun breit diskutiert wird. Ähnliches passiert nach unserem Bericht Hände weg von unserem Bargeld. Da darf ich wieder einmal an unseren Leitspruch erinnern: "Was die Menschen bewegt - die 'Krone' macht's zum Thema."

Zelebrieren den Tag der Liebe
Zum Thema machen wir freilich nicht nur all das, was die Menschen in Österreich belastet. So widmen wir uns am Sonntag, am Valentinstag, ganz breit der Liebe im weiteren und engeren Sinn. Quer durch die verschiedensten Ressorts - von der Politik über den Regionalteil bis zum Sport - zelebrieren wir mit unseren Lesern den Tag der Liebe.

Schönen Valentinstag!

Klaus Herrmann
Geschäftsführender Chefredakteur

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