10.07.2006 14:12 |

Familiäre Gewalt

Familiäre Gewalt kommt Staat teuer zu stehen

Gewalt in der Familie ist laut einer aktuellen Studie im Auftrag des Sozial- und Justizministeriums teuer: Kosten in der Höhe von 78 Millionen Euro fallen Schätzungen zufolge im Bereich Polizei, Justiz, Arbeit, Sozialhilfe, Gesundheit und Beratung pro Jahr in Österreich an. Die BZÖ-Ressortchefinnen Gastinger und Haubner forderten am Montag mehr Geld für die Vermeidung von häuslicher Gewalt.

Teuer seien etwa Krankenhausaufenthalte (rund 9,7 Millionen Euro), die Betreuung in Frauenhäusern (rund 14,3 Millionen Euro) und Personalkosten bei der Jugendwohlfahrt (15,4 Millionen). 60 Prozent der Frauen, die schwerer Gewalt in der Familie ausgesetzt sind, würden in den Krankenstand gehen (Kosten: rund fünf Millionen Euro). Jede fünfte Frau nimmt medizinische Hilfe in Anspruch. Zwei Prozent würden als direkte Folge den Arbeitsplatz verlieren. "Der größte Brocken im Bereich der Justiz entfällt auf die Haftkosten" mit rund 570.000 Euro, rechnete Studienleiterin Birgitt Haller vom Institut für Konfliktforschung vor.

"Wir müssen alles dazu tun, diese Kosten zu senken", sagte Sozialministerin Haubner. Beratungsstellen sollen finanziell abgesichert sein, forderte die Ressortchefin. Als Maßnahme gegen die Gewalt in Familien solle etwa die Begleitung für Kinder nach einer Trennung der Eltern gesetzlich verankert werden.

Außerdem müsse man in Beratung und Information für Migranten investieren, so Haubner. Weiters sollen Hilfsorganisationen besser vernetzt werden. 22 Prozent aller rund 32.000 Delikte gegen "Leib und Leben" in Österreich im Jahr 2005 waren Straftaten im Familienkreis.

Mittwoch, 16. Juni 2021
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