Mo, 20. Mai 2019
30.01.2016 15:40

In Zentralafrika

EU-Soldaten sollen Minderjährige missbraucht haben

Mehrere EU-Soldaten sowie französische Militärangehörige stehen laut UNO-Angaben im Verdacht, in der Zentralafrikanischen Republik Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Entsprechende Aussagen von Zeugen sind laut dem Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, "äußerst alarmierend". Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich entsetzt. Die Taten sollen im Jahr 2014 begangen worden sein. Damals waren in dem Land Tausende ausländische Soldaten im Einsatz, um einen Bürgerkrieg zwischen christlichen und muslimischen Milizen einzudämmen.

Mehrere Mädchen in der Zentralafrikanischen Republik, die damals zwischen 14 und 16 Jahre alt waren, sagten demnach einem UNO-Team, sie seien von Soldaten der europäischen Militärmission EUFOR für Sex bezahlt oder vergewaltigt worden. Ein siebenjähriges Mädchen berichtete, es habe für Oralsex mit Soldaten der französischen Sangaris-Militärmission eine Flasche Wasser und eine Packung Kekse bekommen.

Das Mädchen und ein neunjähriger Bub gaben an, auch andere Kinder seien von französischen Soldaten missbraucht worden. "Das sind äußerst schwerwiegende Vorwürfe und es ist dringend erforderlich, dass dies rasch untersucht wird", sagte Al-Hussein. "Viel zu viele solcher Verbrechen werden nicht verfolgt und die Täter bleiben straffrei. Das ermutigt zu weiteren derartigen Taten."

Mehrere Missbrauchsvorwürfe werden untersucht
Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gab es im vergangenen Jahr bereits gegen 15 Soldaten, die im Rahmen der UNO-Friedensmission in die Zentralafrikanische Republik geschickt worden waren. Diese Fälle werden von der zuständigen UNO-Abteilung in New York untersucht.

An der EUFOR-Mission waren bis zu 1000 Soldaten beteiligt. Sie unterstützten 6000 afrikanische und 2000 französische Soldaten. Die deutsche Bundeswehr war durch die Bereitstellung von Sanitätsflugzeugen mit bis zu 80 Soldaten beteiligt, von denen allerdings nur vier direkt in der Zentralafrikanischen Republik stationiert waren.

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