Mo, 20. Mai 2019
18.01.2016 08:02

"Wir haben Beweise"

Griechenland: "Türkei kooperiert mit Schleppern"

Griechenland wirft der benachbarten Türkei vor, mit kriminellen Schleppern von Flüchtlingen gemeinsame Sache zu machen. "Ich hege die starke Befürchtung, dass die türkischen Menschenschmuggler Unterstützung von den Behörden bekommen. Vor allem die Hafenbehörden tun so, als ob sie nichts mitbekämen", sagte der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos der "Süddeutschen Zeitung".

"Wir haben Beweise dafür", so Pavlopoulos. Das Geschäft der Menschenhändler sei "eine Art Sklavenhandel". Der griechische Staatschef wird am Montag in Berlin erwartet, wo Treffen mit Präsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel geplant sind.

Der Türkei, wo sich rund 2,2 Millionen Flüchtlinge allein aus Syrien aufhalten, kommt bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise eine entscheidende Rolle zu. Die Europäische Union hatte mit Ankara vereinbart, dass das Land den Flüchtlingszuzug in die EU stärker begrenzen soll. Im Gegenzug kann die Türkei mit Milliardenhilfen, beschleunigten EU-Beitrittsgesprächen und Reiseerleichterungen für Türken in die Union rechnen.

Zahl der Flüchtlinge trotz EU-Deal nicht reduziert
Bisher habe die Türkei die Zahl der Flüchtlinge jedoch nicht reduziert, sagte Pavlopoulos der Zeitung. Erst wenn dies geschehen sei, werde Griechenland seinen Anteil an den finanziellen Hilfen leisten. "Griechenland wird all seine Verpflichtungen erfüllen, wenn die Türkei ihre Verpflichtungen erfüllt hat. Bisher hat die Türkei nicht geliefert."

Zugleich lobte Pavlopoulos Merkels Flüchtlingspolitik: "Ich glaube, dass sie mit ihren Entscheidungen Deutschland und Europa viel gegeben hat und sie so weitermachen sollte. Ihr Kurs ist tapfer. Dies impliziert natürlich einen hohen politischen Preis." Die Flüchtlingskrise habe in Europa deutlich gemacht, dass nicht die Währung im Mittelpunkt stehen sollte, sondern der Mensch. "Wir begreifen, dass diese Mentalität die echten Europäer ausmacht."

Aus dem Video-Archiv: Waldviertlerin hilft Flüchtlingen auf Lesbos

Lesen Sie auch:

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
341.000 Euro am Konto
Flossen Parteispenden über FPÖ-nahen Verein?
Österreich
Das Boateng-Drama
Die Einsamkeit des vergessenen Bayern-Stars
Fußball International
Bewunderer von Zidane
PSG-Superstar Mbappe denkt über einen Wechsel nach
Fußball International
Anwalt sieht „Skandal“
Ärzte stoppen Ernährung von Komapatient
Welt
Heißes Gerücht
Ex-Rapid-Sportchef Bickel: Ab zu Hannover 96?
Fußball International
Nach Wechsel-Gerüchten
Toni Kroos verlängert bei Real Madrid
Fußball International
Nach Beratungen
Nagl: Schwarz-Blau in Graz geht weiter
Steiermark
Neuwahlen auch in OÖ?
Linzer SP-Stadtchef kündigt Arbeitsabkommen mit FP
Oberösterreich
Wirbel um Real-Star
Bale fordert 51 Mio. oder er spielt nur noch Golf
Fußball International

Newsletter