Was nach Kindheit klingt, ist in Filzmoos (Salzburg) internationaler Wettkampf: Yukigassen, die organisierte Schneeballschlacht aus Japan.
Yukigassen? Wer das Wort zum ersten Mal hört, denkt an vieles – nur nicht an Wintersport. Hinter dem Namen verbirgt sich der japanische Begriff für „Schneeschlacht“, der harmlos klingt, aber für einen ernsthaft organisierten Wettkampf steht. Gespielt wird Yukigassen seit 1988 mit festen Regeln und ist im Ursprungsland längst winterlicher Volkssport. Von dort aus verbreitete sich Yukigassen vor allem im skandinavischen Raum, wo der Sport in Finnland eine zweite Heimat fand – und schließlich auch den Weg in die Alpen.
Seit drei Jahren ist das taktische Schneeballspiel auch in Filzmoos angekommen – dort, wo sich Skipisten, Langlaufloipen und Winterwanderwege kreuzen und bei den Ballonwochen Heißluftballons lautlos über das schneereiche und -sichere Bergdorf ziehen. Zu verdanken ist das Peter Donabauer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes in Filzmoos, der den Sport nach ersten Kontakten mit Finnland in den Pongau brachte und den Ort rasch zu einem europäischen Treffpunkt der Szene machte.
Wenn die Internationalen Österreichischen Yukigassen Meisterschaften von 13. bis 15. März über die Bühne gehen, merken die Zuschauer schnell: Hinter der Leichtigkeit steckt überraschend viel Strategie. „Gespielt wird auf einem 10 x 36 Meter großen Schneefeld, bestückt mit sieben Schutzwänden. Zwei Teams à sieben Spieler und drei Auswechselspieler treten gegeneinander in drei Sätzen von je drei Minuten an“, so Donabauer, der auch Präsident des Österreichischen Yukigassen-Verbandes ist.
Anmeldungen für die Internationale Österreichische Yukigassen Meisterschaften in Filzmoos 13.-15.3.2026 inklusive Infos zu den Regeln & Rahmenprogramm unter: www.filzmoos.at
Die Kugeln kommen dabei nicht aus der Jackentasche, sondern aus einer Metallpresse: „Pro Satz gibt’s exakt 90 genormte Schneebälle mit einem Durchmesser von rund sieben Zentimetern.“ Gewonnen wird, wenn man die Gegner abgeschossen hat, am Satzende mehr Leute im Feld stehen – oder man die gegnerische Flagge erobert. Klingt nach Völkerball? Ist es auch: Donabauer nennt es „eine Mischung aus Völkerball und Capture the Flag“, mit einem Hauch Paintball, nur ohne Farbe – dafür mit Pulverschnee.
Die Voraussetzungen sind simpel: Helm mit Schutzvisier und warme, bewegungsfreundliche Kleidung – dafür bekommt man Tempo, Teamgeist und ein Stück Kindheitserinnerung im Schnee zurück.
Donabauer denkt weiter: Yukigassen soll Richtung Olympia. Bis dahin bleibt’s die wohl charmanteste Schlacht des Winters – bei der man nach drei Minuten keuchend merkt: Frieren? Keine Zeit.
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