Kulturelle Vielfalt im Kindergarten wird von der Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher akzeptiert. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge, dass Geld und Personal nicht ausreichen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage vor dem Tag der Elementarbildung am 24. Jänner.
Laut einer vom Netzwerk Elementare Bildung (NEBÖ) in Auftrag gegebenen Integral-Studie finden 45 Prozent der Befragten kulturelle Vielfalt im Kindergarten sehr oder eher gut. Nur 18 Prozent stehen ihr eher oder überhaupt nicht positiv gegenüber, 37 Prozent äußerten sich neutral. Befragt wurden 500 Personen zwischen 16 und 75 Jahren, etwa die Hälfte davon hat oder hatte Kinder im Kindergartenalter.
Gemeinsamer Kindergarten eine Bereicherung
Dass Vielfalt im Kindergarten zunimmt, belegen auch Zahlen von Statistik Austria: Im Kindergartenjahr 2024/25 hatte jedes dritte Kindergarten- und Hortkind eine andere Erstsprache als Deutsch, in Wien waren es knapp 60 Prozent. Für viele Befragte macht sich das vor allem durch Sprachbarrieren bemerkbar, aber auch bei Festen, in der Erziehung oder bei Essgewohnheiten. 38 Prozent sehen darin auch Konfliktpotenzial. Gleichzeitig erwartet rund ein Drittel durch den gemeinsamen Kindergartenbesuch bessere Integration, mehr gegenseitiges Verständnis und eine Bereicherung für alle.
Es fehlt an Geld und Personal
Mit dem Umgang der Kindergärten mit kulturellen Unterschieden zeigen sich rund zwei Drittel der Befragten zufrieden. Ebenso viele haben jedoch den Eindruck, dass es dort an Geld und Personal fehlt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.
NEBÖ-Sprecherin Natascha Taslimi sieht darin einen klaren Auftrag an die Politik. Kindergärten würden sehr kompetent mit kulturellen Herausforderungen umgehen, bräuchten dafür aber bessere Rahmenbedingungen. Das geplante zweite verpflichtende Kindergartenjahr werde ohne ausreichend Fachpersonal und passende Öffnungszeiten wenig Mehrwert bringen.
Caritas ortet Defizite bei Integration
Auch Gewerkschaften und Trägerorganisationen erneuerten vor dem Aktionstag ihre Forderungen. Sie verlangen unter anderem kleinere Gruppen, bessere Betreuungsschlüssel, bundesweit einheitliche Standards sowie einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Geburtstag.
Caritas und Diakonie machten zudem auf Defizite bei der Integration von Kindern mit Behinderung aufmerksam und forderten mehr Inklusionsplätze sowie Sozialarbeit bereits im Kindergarten.
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