Mi, 21. November 2018

Pekings Kampfansage

05.12.2015 09:08

China will mit Medienoffensive Weltmeinung ändern

China schießt Milliarden in seine Citys, der Wirtschaftsboom hält (noch) an. Aber Peking will jetzt mehr: Eine Medienoffensive soll auch die Weltmeinung ändern. Chinas Staatsrat fördert massiv den Ausbau der Nachrichtenagenturen, der TV-Sender - und auch (kontrollierter) Online-Medien.

Metropolis, die Science-Fiction-City Fritz Langs, existiert: Chongqing, die 29-Millionen-Einwohner-Stadt an den Flüssen Yangtse und Jialing, ist allerdings gigantischer als das Stummfilm-Vorbild aus 1927. Und auch etwas bunter, trotz des Wolkenschleiers, den die chinesischen Begleiter "Nebel" nennen...

In dieser Wirtschaftswunder-Provinz wird die an den Rest der Welt adressierte Kampfansage "Wir überholen euch" täglich 24 Stunden mit Stahlbeton in die eben erst gerodeten Berghänge gestampft: Ganze Finanz-Citys schießen im Stadtzentrum aus dem Boden, am Yangtse-Ufer davor protzt das neue Opernhaus, dicht an dicht drängen sich wie riesige Zaunpfähle neue 20-stöckige Wohntürme. Dazu werden 20 Brücken, elf weitere Tunnel in die Vorstädte und ein neuer Mega-Airport gebaut - bis 2020 ist alles fertig.

Wie viele andere Unternehmen haben sich auch der österreichische Leiterplattenhersteller AT & S und der Autobauer Ford in Chongqing angesiedelt. Australier, Italiener, Franzosen - alle sind hier und wollen mitboomen.

"Wir müssen um die Weltmeinung kämpfen"
Doch neben den bekannten Milliardeninvestitionen in die Wirtschaft und Infrastruktur in Chongqing oder Guangzhou (dem einstigen Kanton) setzt China auf eine neue Strategie: Die Wirtschaftsmacht wäre jetzt auch gerne die stärkste Meinungsmacht. "Wir haben die Bildung der Weltmeinung zu lange den USA allein überlassen", sagen offizielle Stellen in Peking - etwa der Senior Adviser im Chinese People's Institute of Foreign Affairs. Chinas Positionen seien bisher global "zu wenig beachtet worden". Zitat: "Wir müssen um die Weltmeinung kämpfen." So fördert Chinas Staatsrat massiv den Ausbau der Nachrichtenagenturen, der TV-Sender (speziell Central China TV) - und auch (kontrollierter) Online-Medien.

Aktueller Zwischenstand: Chinas zwei große Nachrichtenagenturen haben 180 Niederlassungen in 140 Ländern, in China erscheinen 1912 Zeitungen, allein CCTV betreibt 36 TV-Kanäle, und 250 Online-Portale haben die Lizenz, Nachrichten zu bringen.

Flaggschiff in diesem "Info-War" ist "China Daily": Die Print-Ausgabe hat eine Auflage von 900.000 Stück, weit bedeutender sind aber längst die 500 weltweit verteilten Redakteure, die acht Websites mit 50 Millionen Visits pro Tag - und auch die vier Millionen Follower auf Facebook. Ebenfalls auf Expansionskurs: "China Radio International" (CRI) oder "South New Media" (SNM) in Guangzhou am Perlfluss.

"Das China-Bild ist in Europa einfach nicht vollständig genug", lässt ein TV-Manager etwas Kritik durchblicken - uns Europäer ginge es mehr um Deals. Und auch ein bisserl um diese Menschenrechte.

Video aus dem Archiv:
Wie sich China Krieg mit den USA vorstellt

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