Entsetzliches Martyrium einer Frau aus dem Bezirk Baden (NÖ): Die 63-Jährige dämmerte mehr als ein Jahr in ihrem Bett dem Tod entgegen. Nun kämpfen Ärzte um ihr Leben und die Polizei ermittelt ...
Irgendwann in den vergangenen Jahren war die Pensionistin an Krebs erkrankt. Aus dem vorerst kleinen unbehandelten Knoten in der Brust wurde letztlich ein lebensbedrohlicher Tumor. Doch die Patientin weigerte sich bis zuletzt, einen Hausarzt oder gar einen Onkologen, und schon gar nicht das Spital aufzusuchen! Auch dann nicht, als sie längst wegen der Metastasen in Lebensgefahr schwebte, weil die Geschwulst zur Größe eines Fußballs anschwoll und platzte.
Ein erschütterndes Bild
Das Erschütternde an diesem Adventdrama, das eigentlich schon im vergangenen Jahr vor Weihnachten und vermutlich lange davor seinen Ausgang genommen hatte: Der Lebensgefährte der Niederösterreicherin aus einem kleinen Ort nahe der Kurstadt sah – im gemeinsamen Haus, das nicht einmal einen Stromanschluss hat – den entsetzlichen Qualen tatenlos zu und lebte weiterhin Seite an Seite mit der schwerst Verkrebsten. Auch an den Behörden ging der Leidensweg der 63-Jährigen spurlos vorbei. Die Patientin schlüpfte monatelang ganz offensichtlich durch die Maschen des Sozialsystems. Niemand ahnte von dem Drama, das sich hinter verschlossenen Türen der heruntergekommenen Behausung abspielte.
Dass niemandem auffiel, wie schlimm es um die Frau stand, ist erschütternd. Denn deren Haut war mit dem Leintuch verwachsen.
Ein mit dem Fall Betrauter
Entsetzliche Schmerzen
Erst als die Schmerzen der dem Tod nahe Stehenden noch entsetzlicher wurden und nicht zu ertragen waren, wurde die Rettung gerufen. Den eintreffenden Sanitätern sowie dem Notarzt bot sich ein erschütterndes Bild des Jammers, Grauens und des Leids, das selbst für die erfahrenen Helfer kaum zu ertragen war. „Dass so etwas im 21. Jahrhundert in Österreich noch möglich ist, ist nicht zu glauben. So etwas – einen derart geschundenen und vereiterten Körper haben wir noch nie gesehen“, schildern mit dem Fall beschäftigte Personen. „Niemand schaute hin und eigentlich schauten fast alle weg“, so ein Zeuge. Dass der Skandal ausgerechnet vor Weihnachten aufflog, erschüttert umso mehr.
Jetzt kämpfen Mediziner in einem nahen heimischen Schwerpunktkrankenhaus um das an einem seidenen Faden hängende Leben der vom Sozialstaat „Vergessenen“. Diese war der Überzeugung, dass sie – weil arbeitslos – nicht krankenversichert ist. Doch die Schuld liegt wohl auch am Lebensgefährten der Frau. Gegen den Mann wird von der Polizei jedenfalls nach Paragraf 92 des Strafgesetzbuches – quälen oder vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen – ermittelt. Auch unterlassene Hilfeleistung steht im Raum. Gegen den 66-Jährigen wird nun intensiv ermittelt. Er wurde vorerst „nur“ auf freiem Fuß angezeigt.
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