Mo, 19. November 2018

Doch nicht tot?

02.12.2015 19:40

Neues IS-Video mit Dschihad-Rapper Denis Cuspert

Totgesagte leben länger: Diese Aussage trifft wohl auf kaum jemanden besser zu als auf den Berliner Dschihadisten Denis Cuspert, früher als Rapper "Deso Dogg" bekannt. Einen Monat nachdem die USA den Tod des deutschen IS-Kämpfers vermeldet hatten, streut die Terrororganisation nun Zweifel am Ableben Cusperts - der in der Vergangenheit mehrfach fälschlich für tot erklärt worden war. In einem angeblich neuen Video der Terrormiliz ruft der Ex-Rapper jetzt IS-Anhänger aus Deutschland zu Selbstmordanschlägen in Syrien auf.

In dem neuesten IS-Propagandavideo ist Denis Cuspert, Kampfname Abu Talha al-Almani, auf einer Parkbank sitzend zu sehen. Motiv im Hintergrund: Bäume und ein weißes Pferd. Der Dschihadist spricht über einen deutschen Selbstmordattentäter mit dem Kampfnamen Abu Yasir al-Almani ("ein hübscher Bruder, ein gutaussehender Mann"), der für den Islamischen Staat einen Anschlag verübt habe.

Botschaft an Deutsche: "Kommt nach Syrien und opfert euch!"
Cuspert ruft in der knapp achtminütigen Videobotschaft deutsche IS-Anhänger dazu auf, nach Syrien zu kommen, um dort Selbstmordanschläge zu verüben: "Kommt nach Syrien und opfert euch!" Es ist das erste IS-Propagandavideo mit dem Berliner seit April dieses Jahres. Damals hatte der Terrorist mit Anschlägen von Schläfern in Deutschland gedroht.

Das neue IS-Video soll nach den Anschlägen in Paris vom 13. November aufgenommen worden sein. Auffällig ist allerdings, dass Cuspert in seiner Videobotschaft weder den Paris-Terror noch die deutsche Beteiligung an der internationalen Koalition gegen den IS erwähnt. Zudem fand der in dem Video erwähnte Selbstmordanschlag möglicherweise bereits Ende August des Vorjahres statt. Damals hatte der IS bekannt gegeben, dass sich ein Attentäter mit dem Kampfnamen Abu Yasir al-Almani im irakischen Kirkuk in die Luft gesprengt habe. Das Cuspert-Video könnte somit auch älter sein.

Laut Pentagon nahe Rakka getötet
Cuspert, der auch in engem Kontakt mit dem Wiener Dschihadisten Mohammed M. stand, galt als der wichtigste deutschsprachige IS-Propagandist. Ende Oktober hatte die US-Armee seinen Tod verkündet. "Ich kann bestätigen, dass Denis Cuspert am 16. Oktober bei einem Angriff nahe Rakka getötet worden ist", sagte Pentagon-Sprecherin Elissa Smith damals.

Deutsche Sicherheitsbehörden haben laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" jedoch große Zweifel an der Todesmeldung. Es soll einen nach dem 16. Oktober abgefangenen Telefonmitschnitt geben, auf dem Cuspert als Sprecher identifiziert worden sei. Der Dschihadist war in der Vergangenheit bereits mehrfach fälschlich für tot erklärt worden.

Aus dem Video-Archiv: Hier verteilt Cuspert mit dem Austro-Dschihadisten Mohamed M. Zuckerl an Kinder.

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