Prodi macht Ernst

Truppen-Abzug aus Irak startet

Ausland
14.06.2006 17:21
Drei Wochen nach dem Amtsantritt von Ministerpräsident Romano Prodi hat Italien am Mittwoch mit dem Abzug seiner Truppen aus dem Irak begonnen. Bis Ende Juni sollen von den einst 3200 Soldaten nur noch 1600 im Irak stationiert sein. Bis zum Herbst will Prodi alle Soldaten zurückholen.

Damit wird die von den USA geführten "Koalition der Willigen" immer kleiner: Bereits 2004 verließen mehr als 1300 Spanier das Land, ein Jahr später ebenfalls 1300 Niederländer. Auch die 1650 Soldaten aus der Ukraine zogen ab, hinzu kamen kleineren Kontingente etwa aus Nicaragua, den Philippinen und Honduras. Andere Länder wie Großbritannien und Südkorea verringerten die Zahl der Soldaten. Italien stellte hinter den USA, Großbritannien und Südkorea das viertgrößte Kontingent der zeitweise 138 000 ausländischen Soldaten im Irak. Nach dem Golfkrieg vor drei Jahren waren zunächst 3200 italienische Soldaten im Irak.

Das Ende der Mission "Antikes Babylon" war ein zentrales Versprechen Prodis im Wahlkampf gegen Silvio Berlusconi. Berlusconi, der als ein Vertrauter von US-Präsident George W. Bush gilt, hatte die Militärpräsenz im Irak seinerzeit gegen erhebliche Proteste durchgesetzt. Vor dem Wahlkampf im Frühjahr hatte er die Truppenstärke in dem Land allerdings auf 2600 Mann reduziert.

31 tote Italiener
Bisher kamen 31 italienische Soldaten im Irak ums Leben: Allein bei einem Selbstmordanschlag im November 2003 auf das Hauptquartier in Nassirija starben 19 Italiener.

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