Paukenschlag!

Red Bull Salzburg trennt sich von Coach Adi Hütter

Sport
15.06.2015 18:46
Er hat Red Bull Salzburg erst vor Kurzem zum Meistertitel und zum Cup-Sieg gecoacht – und jetzt ist Adi Hütter bei den Mozartstädtern Geschichte. Völlig überraschend trennte sich der Double-Gewinner am Montag von seinem Erfolgstrainer! Der Vertrag des 45-jährigen Vorarlbergers, der in seiner ersten (und einzigen) Saison in der Mozartstadt zwei von drei Saisonzielen erreicht hatte, wäre noch eine Saison gelaufen. Ein neuer Trainer soll bis zum Trainingsstart am 27. Juni gefunden werden.

Bei der Nachbesprechung der vergangenen Saison und dem Blick in die Zukunft des Klubs soll Hütter sauer aufgestoßen haben, dass immer stärker auf junge Talente und immer weniger auf gestandene, erfahrene Profis gesetzt werden muss. Dabei hatten die "Bullen" schon im Laufe der vergangenen Saison mit Sadio Mane, Alan und Kevin Kampl wichtige Stützen verloren. Nun folgte durch die Abgänge von Andre Ramalho, Peter Gulacsi, Stefan Ilsanker und voraussichtlich auch Marcel Sabitzer ein weiterer Aderlass.

Hütter könnte Bedenken gehabt haben, dass in der vergangenen Saison noch größtenteils beim Zweitligisten Liefering tätige Spieler wie David Atanga, Duje Caleta-Car, Smail Prevljak, Asger Sörensen oder Felipe Pires bzw. die frisch verpflichteten Cican Stankovic und Stefan Lainer die Lücken schließen und den Einzug in die Champions League schaffen können. Zusätzlich, so hört man aus dem Klub-Umfeld, hatte Hütter auch nicht den besten Draht zur Mannschaft.

Salzburg-Manager und Hütter mit ähnlicher Wortwahl
"Nach eingehenden und intensiven Gesprächen, die wir sehr respektvoll sowie ganz offen und ehrlich geführt haben, sind wir gemeinsam und einvernehmlich zur Entscheidung gelangt, anhand der unterschiedlichen zukünftigen Zielsetzungen ab sofort getrennte Wege zu gehen", sagte Salzburgs General Manager Jochen Sauer. Und Hütter? "Nach mehreren offenen, guten und intensiven Gesprächen, sind wir gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, getrennte Wege zu gehen. Nach einem sehr erfolgreichen Jahr kann ich mich mit einem guten Gefühl von Red Bull Salzburg verabschieden."

Spanier könnte Hütter nachfolgen
Ein Nachfolger scheint nach "Krone"-Informationen bereits gefunden: Oscar Garcia. Der 42-jährige Spanier wurde mit Salzburg von katalanischen Medien in Verbindung gebracht. Er soll einen Zwei-Jahres-Vertrag erhalten. Als Aktiver spielte Garcia mit Jonatan Soriano bei Espanyol, Trainererfahrung sammelte er bisher u. a. beim israelischen Verein Maccabi Tel Aviv sowie den englischen Klubs Brighton & Hove Albion und FC Watford.

Bitter: Mit Hütter saß heuer zum ersten Mal ein Österreicher als Meistermacher auf dem Trainerstuhl der Salzburger. Vorher waren die Mozartstädter unter dem Italiener Giovanni Trapattoni (2007), den Niederländern Co Adriaanse (2009), Huub Stevens (2010) und Ricardo Moniz (2012) sowie dem Deutschen Roger Schmidt (2014) Champion geworden.

Wohin führt Hütter sein Karriereplan?
Ganz überraschend kam das Ende von Hütter am Ende vielleicht doch nicht. Der Ex-Altach-Trainer hatte auch nach dem fixierten Double-Gewinn darauf verzichtet, seinen Verbleib in Salzburg zu bestätigen. In Pressekonferenzen hatte er zudem angedeutet, dass er einen Karriereplan im Kopf habe, ihn die deutsche Liga sehr reize. Seine Vorgänger als Liga-Meistertrainer Peter Stöger (Austria/2013/FC Köln) und Schmidt hatten ja den Sprung in die Liga des Weltmeisters geschafft.

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