Do, 19. Juli 2018

Unwetterdrama

01.04.2006 21:32

Todesblitz hätte fast zweites Opfer erschlagen

Trauer um einen vierfachen Familienvater nach dem Drama in Grein: Nur wenige Wochen nach seinem 50. Geburtstag wurde der Arbeiter Walter K. von einem Blitz getötet. Beinahe wäre auch sein Kollege ums Leben gekommen doch der war wegen des Unwetters schon am Weg zu seinem Pkw.

„Das war Schicksal. So viele hohe Bäume stehen dort herum und da muss es gerade den Karl erwischen“, meint die Gattin des 58-jährigen Josef P. aus Bad Kreuzen. Er war gemeinsam mit seinem Bekannten Walter K. (50) aus Neustadtl an der Donau Freitag Nachmittag in einem Waldstück der Gutsverwaltung Schloss Clam. Um in der Freizeit dem Forstmeister und Bruder des Verunglückten, Gerhard K. (37), auszuhelfen. Stundenlang arbeiteten die beiden Männer im Gauninger Forst, als es stark zu regnen begann und ein Gewitter aufzog.

„Mein Mann wollte dann schon zum Auto gehen, weil das Gewitter immer näher rückte“, berichtet die Ehefrau des Arbeiters. Der vierfache Familienvater meinte noch zu seinem Freund: „Ich glaub´ nicht, dass so viel kommen wird. Sonst müsste ich mich unter einen Baum stellen.“ Doch nur Sekunden später kam es zum unvorstellbaren Drama: Josef P. ging noch einige Schritte von Walter K. weg - das rettete ihm vermutlich das Leben. „Plötzlich gab´s einen riesigen Schnalzer, mein Mann drehte sich um und sah einen roten Schein wie eine Kugel“, so die Gattin. Der nur zehn Meter entfernt stehende Arbeiter brach reglos nieder. Der 58-Jährige lief sofort zum Forsthaus und alarmierte die Helfer und den Bruder des Verunglückten. Doch für ihn kam jede medizinische Hilfe zu spät.

Flüsse sanken unter Hochwassermarken
Während des Gewittersturms mussten Feuerwehren die Keller von 35 Gebäuden in den Bezirken Urfahr-Umgebung, Rohrbach und Grieskirchen auspumpen und umgestürzte Bäume von Straßen entfernen. Nach Regen- und Hagelschauern sanken die Flüsse  wie auch die Donau in Linz  am Samstag unter die Hochwassermarken.

Trio fuhr mit Schlauchboot ins reißende Hochwasser!
„Sie schwebten in höchster Lebensgefahr“, schildert ein Polizist die Wahnsinns-Aktion dreier junger Leute in Walding. Das Trio war nachts mit einem kleinen Schlauchboot im Hochwassergebiet herumgefahren. Bis ihr Plastikgefährt kenterte und sie im letzten Moment völlig erschöpft und stark unterkühlt gerettet wurden.

Mit einem Drama hätte das Unterfangen einer Behindertenpädagogin (25) aus Linz, ihrer 22-jährigen Kollegin aus Katsdorf und eines Anlagemonteurs (24) aus Walding fast geendet. Während andere um ihr Hab und Gut zitterten, packte das Trio die Abenteuerlust. Die drei schipperten mit ihrem Schlauchboot im reißenden Hochwasser herum.

Beim Überqueren der Rodl dürfte ihr Boot gekentert sein. Zum Glück hörten Feuerwehrmänner die verzweifelten Hilferufe. Polizisten machten die drei dann mit Scheinwerfern aus  teils schwimmend, teils torkelnd waren sie im Hochwasser gefangen. Einsatzkräfte bargen die drei, die stark unterkühlt ins Krankenhaus gebracht wurden.

 

Foto: Markus Schütz

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