21.03.2006 17:32 |

In Wohngebiet

Mit Hubschrauber in Wohngebiet gestürzt

Schrecksekunden in einem Wohngebiet im deutschen Bundesland Hessen: Ein Hubschrauber ist wegen eines technischen Defekts am Montag mitten in den Garten eines Einfamilienhauses in der Nähe von Kassel gestürzt. Der 46-jährige Pilot aus Österreich kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik, doch am Boden gab es wie durch ein Wunder keine Verletzten.

"Der Pilot hat den abstürzenden Hubschrauber vermutlich mit Absicht von den Häusern weg Richtung Garten gedrückt", sagte ein Polizeisprecher. Wäre der Hubschrauber nur eine Straße weiter herunter gekommen, hätte er in die Grund- oder Gesamtschule oder den Kindergarten des Ortes einschlagen können.

Der Helikopter beschädigte beim Absturz einen Obstbaum und ein Baumhaus, bevor er mit zertrümmertem Rotor und zersplitterter Scheibe im Gras liegen blieb. Rettungskräfte suchten fieberhaft nach weiteren Opfern, ehe sich herausstellte, dass drei Insassen den Hubschrauber bereits bei einem vorherigen Notstopp verlassen hatten.

Technische Probleme
Der Pilot der aus Wien kommenden Maschine mit Flugziel Bremerhaven hatte wegen technischer Probleme die drei Geschäftsleute - 20, 31 und 52 Jahre alte Männer aus Venezuela - bereits am 25 Kilometer östlich von Kassel gelegenen Hohen Meißner-Gebirge aussteigen lassen. Vermutlich aus Sorge vor Komplikationen wollte er den Hubschrauber allein zur Wartung zum Flughafen Kassel-Calden fliegen. Ursprünglich war Kassel ohnehin als Tankstopp vorgesehen.

Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen aus Braunschweig sind dabei, die Absturzursache zu klären. Auch die drei Passagiere wurden zu den Komplikationen auf dem Flug über Nordhessen befragt. Der Schaden an dem Hubschrauber, der nach Erkenntnissen der Ermittler von einer Wiener Firma nach Venezuela verkauft worden war, wird auf rund 800.000 Euro geschätzt.

Symbolbild