14.03.2015 10:49 |

GP von Australien

Hamilton holt Pole vor Rosberg, Vettel Vierter

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist in Australien weltmeisterlich in die Formel-1-Saison 2015 gestartet. Der Titelverteidiger eroberte am Samstag souverän vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg sowie dem Brasilianer Felipe Massa im Williams wie schon im Vorjahr die Pole-Position für das Auftaktrennen am Sonntag in Melbourne. Neo-Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wurde starker Vierter.

Bei Red Bull Racing gab es nach großen Motoren-Problemen im Vorfeld zumindest im Qualifying etwas Schadensbegrenzung. Publikumsliebling Daniel Ricciardo, der es wegen der anhaltenden Software-Probleme in drei Trainings auf nur 19 Runden gebracht hatte, steht hinter den beiden Mercedes, Williams und Ferraris als Siebter in Reihe vier. Neben ihm wird etwas überraschend der 20-jährige Formel-1-Neuling Carlos Sainz jr. vom Schwesternteam Toro Rosso als Achter los fahren.

Mercedes brachte zum bereits neunten Mal in Folge beide Autos in Reihe eins und bestätigte damit den Eindruck der Winter-Testfahrten. "Jetzt ist klar, dass wir ein sehr schnelles Auto haben", freute sich Motorsportchef Toto Wolff. Dass Hamilton im Q3 gleich um fast sechs Zehntel schneller war als Vorjahres-Sieger Rosberg, der beide Freitag-Trainings beherrscht hatte, lag auch an Problemen des Deutschen.

"Das Feintuning hat nicht gestimmt, ich habe meine Runden nicht ganz hinbekommen", erklärte Rosberg, warum er im Q3 seinen zweiten "Schuss" benötigt hatte, um wenigstens in Reihe eins zufahren. Beim ersten Versuch war der Vizeweltmeister, der im Vorjahr deutlich mehr Qualifikationen gewonnen hatte als Hamilton, in der windigen Kurve 15 auf das Grün neben der Strecke gekommen.

Rosberg: "Es ist alles möglich"
Rosberg ließ weder das noch Motoraussetzer oder Getriebeprobleme gelten und gab sich positiv. "Der Speed stimmt. Mit dem Auto zu fahren ist ein Vergnügen, ich bin guter Dinge. Von Platz zwei aus ist alles möglich und ich hoffe, es ist alles möglich. Die Temperaturen und die Reifen werden beim Überholen entscheiden."

Hamilton will sich aber nach seiner bereits 39. Pole auch den 34. Grand-Prix-Sieg nicht nehmen lassen. "Das ist ganz klar das Ziel. Und Pole war der erste Schritt da hin", sagte der 30-jährige Brite, der am Samstag sowohl das Training als auch alle drei Qualifikationsabschnitte beherrscht hatte. Im Vorjahr war er in Melbourne nach Pole mit Motorschaden ausgeschieden. "Das soll diesmal anders sein", sagte der Brite, der wie sein Vorbild Ayrton Senna zum dritten Mal Weltmeister werden will.

Nicht nur die anhaltende Überlegenheit der "Silberpfeile" hat sich in Australien bestätigt. Auch die vermutete Stärke von Williams und Ferrari. Waren die "Weißen" schon im Vorjahr dank Mercedes-Power sehr schnell gewesen, ist Ferrari tatsächlich im Aufschwung.

Auf Vettel und Co. "wartet noch viel Arbeit"
"Bis jetzt können wir zufrieden sein", gab sich Vettel zurückhaltend, hofft am Sonntag aber auf ein Podium. Den Deutschen, der mit Red Bull Racing vier Mal in Folge Weltmeister geworden ist, stört vor allem der riesige Rückstand von ein bis zwei Sekunden auf Mercedes. "Da wartet noch viel Arbeit auf uns alle."

Massa war überzeugt: "Das wird ein harter Kampf mit Ferrari", sagte der Routinier nach seiner bis dahin besten Runde des Wochenendes. Die war seinem Teamkollegen Valtteri Bottas nicht gelungen. Der schnelle Finne geriet im Finish von der Strecke und wurde Sechster.

Ganz schlecht lief es für McLaren. Mit den neuen und unausgereiften Honda-Antrieben platzierten sich Jenson Button und Alonso-Ersatz Kevin Magnussen als 17. bzw. 18. ganz am Ende des Feldes, weil beide Manor wie erwartet auch im Qualifying keinen Meter fuhren.

Der dreifache Australien-Sieger Button startet damit aus der letzten Reihe. Gleich in Q1 auszuscheiden, das war McLaren davor erst einmal passiert. "Es ist kein Schock, wir hatten das erwartet", blieb Button aber gelassen. "Wir brauchen Kilometer."

Streit bei Sauber vorerst auf Eis gelegt
Indes ist der juristische Streit um das Formel-1-Startrecht von Giedo van der Garde für den Schweizer Sauber-Rennstall vorerst auf Eis gelegt. Der Niederländer verzichtete auf sein Recht, dieses Wochenende beim Großen Preis von Australien zu fahren. Das teilten das Höchstgericht in Melbourne und der 29-Jährige am Samstag mit.

Er habe dies aus Respekt vor den Interessen des Motorsports und der Formel 1 im Speziellen getan. "Da ich ein leidenschaftlicher Rennfahrer bin, war das eine sehr schwierige Entscheidung für mich", schrieb van der Garde auf seiner Facebook-Seite. Er kündigte Gespräche zwischen seinem Management und Sauber Anfang nächster Woche an, damit für beide eine akzeptable Lösung gefunden würde.

Drohende Beschlagnahmungen unmittelbar vor dem ersten Saisonrennen am Sonntag wurden damit abgewendet. Diese und sogar Beugehaft gegen die österreichische Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn hatte van der Gardes Rechtsvertreter zuvor gefordert, sollte sein Mandant an einem Start beim Auftaktrennen gehindert werden.

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