02.03.2015 16:56 |

Hiobsbotschaft

Bald 55.000 ohne Arbeit

Vor ein paar Monaten war es noch eine fiktive Rechnung und in der Kategorie "Horror" abzulegen. Der Chef des AMS, Karl Heinz Snobe, musste damals die Kassandra geben. Er befürchte, dass bald die Grenze von 50000 Arbeitslosen überschritten werde, so der Experte in einem Gespräch mit der "Steirerkrone".

Wie gesagt, das war noch vor ein paar Monaten. Und jetzt? Die Realität hat die ohnehin düstere Prognose überholt – leider. Am Montag ist die Februar-Statistik des AMS finalisiert worden, ein Schock. 54.153 Menschen in unserem Bundesland sind ohne Arbeit, so viele wie noch nie in der Nachkriegs-Geschichte.

Das sind einmal 54.153 Menschen-Schicksale. Doch von deren Arbeitslosigkeit betroffen ist ein viel weiterer Kreis, Familienangehörige, Freunde. Da klingt es schon beinahe zynisch wenn man dieses Plus von 6,2 Prozent oder 3.154 Menschen im Vergleich zu Februar 2014 noch "glimpflich" nennt. Aber es ist so, denn in anderen Bundesländern schaut es noch um einiges trister aus. In Wien etwa sind es 20,4 Prozent, in Salzburg 12,4 und in Oberösterreich auch noch knapp 11 Prozent mehr ohne Job.

Am relativ stärksten ist die Arbeitslosigkeit in der Landeshauptstadt Graz gestiegen (+ 11,5 Prozent auf 20.398 Personen), gefolgt von Judenburg (11 Prozent/1862), und Leibnitz (9,3 Prozent, 4.754 Personen).

Bei "viel Schatten" sieht AMS-Boss Karl-Heinz Snobe aber auch "ein wenig Licht". In  Feldbach, Weiz, Bruck ist die Arbeitslosigkeit, wenn auch marginal, sogar leicht gesunken

Und was sagt die hohe Landespolitik dazu? Die verharrt in Schockstarre. Bis Redaktionsschluss hat sich die offizielle Steiermark -abgesehen von der KP, die ein Gegensteuern von Land fordert - ausgeschwiegen. Die löbliche Ausnahme: AK-Präsident Josef Pesserl.

So kann es nicht weitergehen, Arbeitslosigkeit bloß zu verwalten, genügt nicht!" Der lapidare Hinweis auf die schwache Konjunktur sei für die Betroffenen nicht einmal schwacher Trost. Ob er ein Rezept habe? "Ja, ordentliche  Lohnsteuersenkung, Beschäftigung durch Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Pflege, vorhandene Arbeit durch Verteuerung der Überstunden besser verteilen".

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark Wetter
10° / 22°
wolkig
8° / 21°
wolkig
14° / 23°
wolkig
10° / 18°
Nebel
8° / 19°
wolkig

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter