Elektro-Fahrzeuge sind wegen der hohen Treibstoffpreise weiter im Höhenflug, auch der Gebrauchtwagenmarkt steht mittlerweile unter Strom. Besonders genau schauen die Kunden dabei auf die Batterieleistung, berichten steirische Händler.
Noch vor wenigen Jahren waren E-Autos am Gebrauchtwagenmarkt Exoten – alleine schon wegen der Verfügbarkeit. Mittlerweile gibt es beinahe eine gegenteilige Entwicklung: Das Interesse an gebrauchten Stromern hat deutlich zugenommen, immer mehr kommen auf den Markt.
Laut der Online-Verkaufsplattform AutoScout24 etwa ist dort die Nachfrage im September im Vergleich zum Vorjahr um 78 Prozent gestiegen. Auch bei Onlinecars mit Sitz in Dobl bei Graz meldet man „einen regelrechten Ansturm auf gebrauchte E-Autos“. Seit Jahresbeginn sei die Nachfrage im Schnitt um die Hälfte gestiegen und man komme mit dem Angebot teils gar nicht nach.
Spritpreise als „Marketingprogramm für E-Autos“
Einen kräftigen Schub hat die E-Mobilität freilich durch die im Zuge des Iran-Konflikts explodierenden Spritpreise bekommen. Diese seien wie ein „erfolgreiches Marketingprogramm für Elektrofahrzeuge, sowohl neu als auch gebraucht“, sagt Peter Jagersberger, Obmann der WKO-Sparte Fahrzeughandel. Die gestiegene Nachfrage spüre man deutlich.
Auch vier, fünf Jahre alte E-Autos, die 100.000 Kilometer drauf haben, haben oft noch eine Batterieleistung zwischen 90 und 95 Prozent.

Peter Jagersberger
Bild: Christian Jauschowetz
Größtes Thema für Kunden sei bei gebrauchten Stromern die Batterieleistung. „Mittlerweile bieten alle seriösen Händler sogenannte SOH-Analysen an, die exakt die verbliebene Leistung des Neuzustands in Prozent angeben“, so Jagersberger.
Die Auswertungen würden meist verblüffend gute Werte ausweisen. „Wir kriegen gerade vermehrt vier, fünf Jahre alte E-Fahrzeuge zurück und da ist kaum einer unter 92 Prozent Akkuleistung dabei“, berichtet etwa Martin Karner, Geschäftsführer beim Autohaus Fior in Graz. „Und wenn der Akku schon schwächer ist, wirkt sich das natürlich auf den Preis aus. So können Kunden, denen Reichweite nicht so wichtig ist, sogar Schnäppchen machen“, sagt Jagersberger.
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