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Entführte Österreicherin endlich wieder zu Hause

Wien
22.10.2026 16:49

Nach 21 Monaten in den Fängen islamistischer Terroristen ist die Wienerin Eva Gretzmacher am Donnerstag nach Hause zurückgekehrt und konnte von ihren Söhnen am Flughafen Wien wieder in die Arme geschlossen werden (siehe Video oben). 

„Heute ist ein besonderer Tag, der uns alle bewegt“, sagte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger am Donnerstag – mit vereinten Kräften war es gelungen, der Gefangenschaft von Eva Gretzmacher ein glückliches Ende zu setzen. Sohn Christoph bedankte sich in einem Video für die „Riesenwelle an Solidarität“ – und bei allen, die sich um die Freilassung der 76-Jährigen bemüht hatten. Vorne weg dem libyschen General Saddam Haftar, der hinter den Kulissen letztlich federführend die Strippen zog.

„Überglücklich, dass dieser Spuk vorbei ist“
Christoph Gretzmacher zeigte sich „überglücklich, dass dieser Spuk vorbei ist und unsere Mutter wieder nach Hause kommt“. Nur Stunden später konnte er sie auf dem Flughafen Wien-Schwechat tatsächlich wieder in die Arme schließen.

Er und sein Bruder empfingen die von den Strapazen gezeichnete 76-Jährige noch an der Gangway am Flugfeld. Sie war an Bord einer Maschine, die in Benghazi in Libyen gestartet war – dorthin waren die Wienerin und eine Schweizerin am Mittwoch nach ihrer Freilassung vom Niger aus gebracht worden.

Sohn Christoph umarmt seine freigelassene Mama Eva Gretzmacher (76).
Sohn Christoph umarmt seine freigelassene Mama Eva Gretzmacher (76).(Bild: privat)

Im Jänner 2025 aus ihrem Haus verschleppt
Rückblick: Die inzwischen 76-jährige Kulturvermittlerin aus Wien war am 11. Jänner 2025 in Agadez in Niger unter Waffengewalt im Alter von 73 Jahren aus ihrem Haus verschleppt worden. Die Kidnapper verfrachteten die Frau in einen Geländewagen. Lokale Medien berichteten, dass es sich bei den Kidnappern um Kriminelle handelte, die Gretzmacher an eine islamistische Terror-Zelle weitergereicht hatten. Monatelang gab es kein Lebenszeichen – bis zu ihrem 75. Geburtstag.

Viele Entführungen in der Sahelzone

  • Die Sahelregion verzeichnete in der jüngeren Vergangenheit eine Rekordzahl an Entführungen. Der Niger ist seit rund zehn Jahren mit tödlicher Gewalt durch Jihadistengruppen konfrontiert, die mit Al-Kaida und der Miliz Islamischer Jihad in Verbindung stehen. Auch andere Islamistenorganisationen wie etwa Boko Haram sind in der Region aktiv, hinzu kommen russische Söldner.
  • Bei politisch motivierter Gewalt in Burkina Faso, Mali und Niger starben laut ACLED allein im Jahr 2025 mehr als 10.000 Menschen. Abgesehen von Entführungen westlicher Staatsangehöriger und ausländischer Arbeitnehmer führen die Terroristen einen Wirtschaftskrieg.
  • Das Ziel von Anschlägen und Sabotageakten sind industrielle Produktionsstätten, Bergbaustandorte und Transitrouten. Zuletzt gab es vermehrt Angriffe auf chinesische Infrastruktur und Unternehmen in Niger und Mali.
  • Die Sicherheitslage in der Sahelzone ist nach Militärputschen in Mali, Burkina Faso und Niger 2021, 2022 und 2023 sehr angespannt. Das österreichische Außenministerium sprach wegen der Anschlags- und Entführungsgefahr eine Reisewarnung für den Niger aus. Die Zahl der Entführungen von ausländischen Staatsbürgern stieg in der jüngeren Vergangenheit stark an.

Niger seit zehn Jahren in Spirale der Gewalt
Die Sicherheitslage in der Sahelzone ist nach Militärputschen in Mali, Burkina Faso und Niger sehr angespannt. Die Zahl der Entführungen ausländischer Staatsbürger stieg in der jüngeren Vergangenheit massiv an. So befand sich Gretzmacher gemeinsam mit der Schweizerin Claudia A. sowie einem US-Amerikaner in Geiselhaft.

Der Niger ist seit rund zehn Jahren mit tödlicher Gewalt durch Jihadistengruppen konfrontiert, die mit Al Kaida und der Miliz Islamischer Jihad in Verbindung stehen. Auch andere Terrororganisationen wie Boko Haram sind in der Region aktiv, hinzu kommen russische Söldner.

„Sehr beeindruckt von dieser starken Frau“
Trotz all dieser Widrigkeiten gelang nunmehr ein diplomatisches Husarenstück. Außenministerin Meinl-Reisinger danke in einer ersten Reaktion allen internationalen Partnern und ihrem Team, das sich „mit größter Umsicht und Beharrlichkeit für ihre Freilassung eingesetzt hat“. Für Gretzmacher und ihre Familie sei diese Zeit eine unvorstellbare Belastung gewesen. Sie habe bereits mit der 76-Jährigen telefonieren können. „Es scheint ihr so weit gut zu gehen und ich bin sehr beeindruckt von dieser starken Frau“, so die Außenministerin. Die 76-Jährige lebt seit 1996 in Westafrika.

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