„Meine es ernst“

Ex-Weltranglistendritter macht jetzt ein Praktikum

Tennis
14.10.2026 17:10
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Er war mal Tennis-Weltranglistendritter, besiegte Roger Federer und Rafael Nadal, verdiente mehr als 18 Millionen Euro an Preisgeld und macht jetzt ein Praktikum! Für Milos Raonic beginnt ein völlig neues Kapitel ...

Der 35-jährige Kanadier arbeitet künftig bei der Investmentbank Goldman Sachs in New York und hat sich für seinen Einstieg in die Finanzwelt ordentlich ins Zeug gelegt. Um dieses Praktikum zu bekommen absolvierte er mehr als 300 Stunden Prüfungsvorbereitung zum Finanzanalysten (CFA), führte 342 Networking-Gespräche und stellte sich gleich acht Bewerbungsgesprächen.

Schon vor seinem Abschied vom Profitennis beschäftigte sich Raonic intensiv mit seiner beruflichen Zukunft. „Ich habe meine CFA-Prüfungen begonnen, als ich noch auf der Tour war, um zu zeigen, dass ich es wirklich ernst meine“, verriet er gegenüber „The Times“.

„Ich wollte mir eine Chance erarbeiten“
Sein Ziel war es, eine neue Herausforderung zu finden, der er sich mit derselben Leidenschaft wie einst dem Tennis widmen kann. „Der wichtigste Punkt war: Worein kann ich dieselbe Energie und Intensität stecken wie mit 19 Jahren, als ich auf der Tour durchgestartet bin – ohne die Einschränkungen meiner körperlichen Probleme? Ich wollte mir eine Chance erarbeiten und das Gefühl haben, sie mir verdient zu haben.“

Milos Raonic
Milos Raonic(Bild: AP/Tim Ireland)

Gefürchteter Aufschlag
Während seiner Laufbahn zählte Raonic vor allem dank seines gefürchteten Aufschlags zur Weltspitze. Dreimal bezwang der 1,96-Meter-Riese Federer, zweimal Nadal. Dennoch erinnert er sich auch an Begegnungen, in denen er gegen die beiden Ausnahmekönner nahezu chancenlos war. „Da dachte man einfach nur: ‘Ich gehöre hier nicht hin‘ oder ‘Ich will nicht hier sein, sondern ganz woanders‘ – und das auf einem Platz in einem Stadion vor wahrscheinlich 10.000 Zuschauern.“

Und weiter: „Es geht dann nur darum, die nächsten anderthalb Stunden zu überstehen und so schnell wie möglich in die Umkleidekabine zu kommen.“

Wimbledon-Finale schmerzt noch immer
Sein bitterster Moment? Wimbledon-finale 2016. Wo er dem Briten Andy Murray glatt in drei Sätzen unterlag. „Ich denke, ich hätte manche Dinge besser machen können, aber ich glaube nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte. Wenn man sieht, wie er gespielt hat“, erklärte der Kanadier rückblickend. Die Niederlage schmerzt noch immer: „Ich habe immer noch einen bitteren Nachgeschmack im Mund, wenn ich daran denke.“

Andy Murray gewann den Wimbledon-Titel 2016 und schlug im Endspiel Raonic.
Andy Murray gewann den Wimbledon-Titel 2016 und schlug im Endspiel Raonic.(Bild: AFP/GLYN KIRK)

Nach zahlreichen Erfolgen und Enttäuschungen auf der ATP-Tour wartet auf Raonic nun eine neue Herausforderung: Diesmal nicht mit Tennisschläger, sondern in der Finanzwelt an der Wall Street.

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