Drei Parteien haben sich zusammengetan, um einen Kanzler Kickl zu verhindern. Laut der neuen „Krone“-Umfrage kommen sie inzwischen nicht einmal mehr gemeinsam an die FPÖ heran. Die Blauen stehen so gut da wie nie zuvor. Was erwarten Sie sich, sollte Kickl ins Kanzleramt einziehen?
Die nächsten Wahlen könnten in die Geschichte der Freiheitlichen eingehen: 40 Prozent würden laut „Krone“-Umfrage aktuell die FPÖ wählen. Hält Kickl dieses Niveau bis zur nächsten Wahl, führt an ihm und einem ersten blauen Bundeskanzler kaum ein Weg vorbei.
Wenn zwei sich streiten, freut sich das dritte Lager
Viele Leser sind sich einig, die FPÖ profitiert von der Schwäche der anderen: Die Freunde in der SPÖ schaffen das mit der Freundschaft nicht so ganz. Unter den Genossen wird munter an Ästen gesägt, und die Grabenkämpfe um die Deutungshoheit in der Sozialdemokratie werden auf offener Bühne ausgetragen. So kommen die Roten bei der Umfrage auf 13 Prozent.
Die ÖVP kann nur noch 19 Prozent ihrer Wähler begeistern – sie hat ihr eigenes Führungsproblem. Ihre letzten Bundeskanzler wurden nicht Kanzler, weil ihnen der Souverän als Spitzenkandidaten das Vertrauen ausgesprochen hätte. Sie wurden es, weil andere nicht mehr wollten, nicht mehr konnten oder das alles nicht mehr ausgehalten haben.
Auch deshalb liegen die beiden Großparteien samt NEOS in der jüngsten „Krone“-Umfrage zusammen hinter der FPÖ. Die Zeichen für die nächsten Wahlen stehen also auf Blau, aber können sie es?
Mehr als nur Oppositionspartei?
An Regierungserfahrung – zumindest als Koalitionspartner – fehlt es der FPÖ nicht, an Ausdauer schon eher. Eine volle Legislaturperiode hat sie bisher nie geschafft. Auch Herbert Kickl kennt mehr als die Oppositionsbank: Er saß als Innenminister im Regierungssattel, der Ritt war aber schnell wieder vorbei. Die Frage liegt also auf der Hand. Kann die FPÖ diesmal beweisen, dass sie Verantwortung übernehmen und fünf Jahre lang tragen kann?
Warum setzen so viele auf Blau?
Die Gründe für ein Kreuz bei der FPÖ sind vielfältig. Da sind die Protestwähler, die den anderen Parteien einen Denkzettel verpassen wollen. Da sind Arbeiter, die sich von der einstigen Arbeiterpartei SPÖ im Stich gelassen fühlen, weil sie dort nur noch Bobo-Politik für ein kleines, urbanes Milieu sehen. Viele wünschen sich eine strengere Zuwanderungspolitik. Und für manche ist die FPÖ schlicht die einzige Alternative zu den Parteien der Mitte, die bei der EU-Integration fast durchwegs auf einer Linie sind.
Ihre Meinung zählt!
Was erwarten Sie sich konkret von einer FPÖ-geführten Regierung, und was davon könnte sie Ihrer Meinung nach wirklich umsetzen? Sind die Umfragewerte ein klarer Auftrag an die FPÖ oder vor allem ein Denkzettel für die Regierung?Wären Neuwahlen jetzt der richtige Schritt, oder soll die Koalition bis zum Ende durchziehen?
Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!
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