Shopping-Lust

Angeklagter trieb eigene Freundin in den Konkurs

Vorarlberg
11.10.2026 15:01
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Ein 29-jähriger Unternehmer soll seine Freundin nach Strich und Faden ausgenommen haben. Im Prozess am Landesgericht Feldkirch in Vorarlberg servierte der wegen Betrugs einschlägig vorbestrafte Handwerker vor allem Ausreden.

„Wir haben doch unlängst noch gemeinsam gechillt, wir verstehen uns gut.“ Mit diesem Satz sorgt der 29-jährige Unternehmer in der Verhandlung am Freitag für Kopfschütteln. Denn während er die Beziehung zu seiner Ex-Freundin offenbar noch in bester Erinnerung hat, sitzt die 29-Jährige wegen seiner Machenschaften mittlerweile auf einem Schuldenberg und steckt im Konkurs.

Kleidungsstücke für Herren, eine Kaffeemaschine um 1600 Euro, Waschmaschine und Trockner – alles hat er auf Rechnung der Freundin bestellt. Rund 7000 Euro stehen allein dafür im Raum. Doch der angeklagte Handwerker, der in Deutschland bereits zehn Einträge im Strafregister hat, sieht sich im Recht und präsentiert sich vor Gericht als Mann, der eigentlich alles richtig gemacht habe.

„Niemals ohne Einverständnis“
Die Frau habe selbst bestellt, manches sei für sie gewesen, anderes ein Geschenk an ihn. Und das Handy der Frau? „Habe ich nie angerührt.“ Und überhaupt: „Ich habe niemals etwas ohne Einverständnis meiner Freundin bestellt, nicht einmal ein Paar Socken.“

Dass er selbst knapp bei Kasse war, räumt er ein. Trotzdem habe er geglaubt, die Schulden problemlos begleichen zu können. Schließlich sei er selbstständig. Warum trotz laufender Exekutionen kein Geld da war? Seine Ersparnisse habe er stets seiner Mutter in die Türkei geschickt. Außerdem habe er seiner Liebsten 1000 Euro für einen Spanienurlaub spendiert. Auch beim Goldschmuck im Wert von 7300 Euro gehen die Darstellungen auseinander. Laut Anklage brachte er ihn unter einem Vorwand an sich und verkaufte ihn. „Das waren Münzen, und zwar meine“, kontert er. Von einer verschwundenen Mietkaution über 3000 Euro will er ebenfalls nichts wissen.

Dann sagt die Ex-Freundin aus: „Ich bin jetzt wegen seiner Bestellungen im Konkurs, meinen Goldschmuck hat er einfach verkauft, die 3000 Euro Mietkaution habe ich auch nie zurückbekommen!“ Auch die angeblichen 1000 Euro Urlaubsgeld habe es nicht gegeben. „Ich habe ihn geliebt und ihm vertraut“, erklärt sie ihre Blauäugigkeit.

Gericht glaubt dem Opfer
Am Ende glaubt das Gericht dem Opfer. Die Richterin verurteilt den Angeklagten unter anderem wegen schweren Betrugs und verhängt eine teilbedingte Haftstrafe in Höhe von zwölf Monaten, davon vier Monate unbedingt. Zudem wird der Mann zu knapp 21.600 Euro Schadenersatz verdonnert. Laut Opfervertreter soll der gesamte Schuldenberg sogar rund 60.000 Euro betragen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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