Mo, 16. Juli 2018

Nach Schulmassaker

15.12.2014 21:53

Newtown: Opferfamilien verklagen Waffenhersteller

Zwei Jahre nach dem Schulmassaker von Newtown im US-Bundesstaat Connecticut haben Opferfamilien den Hersteller des damals verwendeten Sturmgewehrs auf Schadenersatz verklagt. Sie werfen dem Waffenfabrikanten Bushmaster in der am Montag eingereichten Klage widerrechtliche Tötung und Fahrlässigkeit vor.

Ohne das halbautomatische Gewehr vom Typ AR-15 hätte der 20-jährige Amokläufer Adam Lanza nie in so kurzer Zeit so viele Menschen töten können. Lanza war am 14. Dezember 2012 in die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown eingedrungen und hatte 20 Erstklässler und sechs Erwachsene erschossen, ehe er sich selbst tötete. Außerdem hatte Lanza seine Mutter ermordet, mit der er zusammenlebte. Laut Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft war der Schütze psychisch gestört, das genaue Motiv konnte aber nicht ermittelt werden.

"Waffe entworfen, um Menschen effizient im Gefecht zu töten"
Unter den zehn Klägern sind neun Familien von getöteten Kindern und Erwachsenen sowie eine Lehrerin, die bei dem Amoklauf verletzt wurde. Die AR-15 von Bushmaster sei ein Gewehr, das für das Militär entwickelt worden sei, sagte Klägeranwalt Josh Koskoff. "Diese Waffe wurde nicht für die Selbstverteidigung oder die Jagd entworfen, diese Waffe wurde entworfen, um andere Menschen effizient im Gefecht zu töten."

Das Sturmgewehr sei für den nicht-militärischen Gebrauch nicht angepasst worden und habe Lanza dazu befähigt, in nur 264 Sekunden 26 Menschen an der Schule zu ermorden. Die Schadenersatzklage richtet sich auch gegen den im Bundesstaat Massachusetts ansässigen Waffengroßhändler Camfour und gegen den Waffenladen Riverview Gun Sales, in dem Lanzas Mutter die AR-15 im März 2010 erworben hatte.

Verschärfung der Waffengesetze quasi gescheitert
US-Präsident Barack Obama hatte nach dem Massaker von Newtown eine Verschärfung der Waffengesetze angekündigt und mehr als 20 Dekrete mit Sofortmaßnahmen unterzeichnet. Der Großteil der Reform, darunter eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern und ein Verbot von halbautomatischen Gewehren, scheiterte aber im Kongress.

Widerstand leisteten vor allem die Republikaner, die traditionell der mächtigen Waffenlobby NRA nahe stehen. Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verbrieft, Schätzungen zufolge befinden sich rund 300 Millionen Schusswaffen in Privathaushalten.

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