Österreich ist wieder unter den besten acht Tennisnationen der Welt! Weil Jurij Rodionov sein nächstes Heldenstück im Davis Cup schrieb. Der Weltranglisten-142. schlug den über 100 Plätze vor ihm klassierten Zizou Bergs 7:6 (6), 6:3 und holte damit im Achtelfinale gegen Belgien den entscheidenden Punkt zum 3:1.
Im österreichischen Quintett war Jurij Rodionov derjenige gewesen, der vom Platz am wenigsten begeistert gewesen war. „Ich spiele halt lieber Hardcourt“, hatte er gemeint und gescherzt: „Aber auf mich hat keiner gehört.“ Der 27-Jährige, der immerhin schon dreimal im Hauptfeld der French Open stand, bewies aber einmal mehr, dass ihm der Belag im Davis Cup gleichgültiger nicht sein könnte.
Rodionov lieferte dem Weltranglisten-38. vom Beginn an ein Match auf Augenhöhe, landete mit dem Break zum 3:1 sogar den ersten Wirkungstreffer. Doch Bergs kam umgehend zurück und lag seinerseits im Tiebreak des ersten Satzes mit Minibreak voran. Rodionov allerdings spielte just in dieser Phase sein bestes Tennis. Mit einer herrlichen Kombination aus Stopp und Volley sicherte er sich den ersten Satzball – und Bergs schenkte ihm den. Durchgang mit einem Doppelfehler.
Traumstart mit Break
Der Belgier nahm sich daraufhin eine längere Toilettenpause, während der Rodionov sich aufwärmte, stets in Bewegung blieb. Der Fluss sollte nicht verloren gehen. Unter anderen mit einem erneut gelungenen Stopp holte er sich gleich zum Start in den zweiten Satz einen Breakball, einen weiteren schenkte ihm Bergs erneut per Doppelfehler. Und weil dieser auch danach einen Ball ins Aus schlug, war Jurij Satz und Break vorne.
Schlägerwürfe
Genauer dieser Stand hatte Tags zuvor bei Bergs gegen Neumayer eine Leistungssteigerung ausgelöst und der Belgier legte erneut zu, doch Rodionov hielt in den Rallyes dagegen, kämpfte, wie er mit einem herrlichen Flugvolley im zweiten Game zeigte, buchstäblich bis zum Umfallen. Zwar musste er dennoch das Break hinnehmen, doch entnervte er mit seiner Schnelligkeit, mit der die vielen Stopps von Bergs erlief, sein Gegenüber immer wieder. Vor allem aber damit, dass er umgehend erneut zum 2:1 breakte – da schmiss der Belgier auch den Schläger.
Und nur wenige Minuten später erneut! Als nämlich Rodionov sich wieder Breakbälle sicherte – und in der Folge Bergs einmal mehr eine Vorhand ins Netz schlug. 4:1 mit Doppelbreak! Das war die Vorentscheidung.
Das letzte Aufbäumen von Bergs war vergeblich. Rodionov ließ zwar ein Rebreak zu, holte sich aber mit einem herrlichen Passierball drei Matchbälle. Gleich den ersten nutzte er, weil Bergs einmal mehr eine Vorhand ins Netz schlug. Nach dem 7:6, 6:3 nach 2:19 Stunden war der Jubel bei Rodionov und Österreichs Team grenzenlos!
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