16.02.2006 22:49 |

UEFA-Cup

FC Thun besiegt HSV bei Peischl-Debüt

Tolles Debüt für Heinz Peischl als Trainer des FC Thun. Der Schweizer Tabellensechste bezwang am Donnerstag in Bern den Hamburger SV im UEFA-Cup-Drittrunden-Hinspiel mit 1:0. Das goldene Tor erzielte bei strömendem Regen Adriano (30.) nach einem Abspielfehler des HSV-Schweizers Wicky mit einem scharfen Schuss aus halblinker Position.

Es war der erste Torschuss der Gastgeber gegen den im Feld klar überlegenen deutschen Zweiten der deutschen Bundesliga. Dieser hatte gegen die sehr defensiv eingestellten Thuner, bei denen der Österreicher Alen Orman bis zur 62. Minute rechts in der Viererkette erfolgreich werkte, ehe er verletzt ausgetauscht wurde, aber kaum eine seriöse Torchance.

Dem vermeintlichen Ausgleich durch van Buyten in der 70. Minute war eine Abseitsposition des Passgebers Barbarez vorausgegangen, daher wurde der Treffer nicht anerkannt. Bei einem der wenigen Konter der Schweizer traf Ferreira aus halbrechter Position die Latte (75.).

Der HSV hat nun in einer Woche in der heimischen Arena die Chance, seine zweite Niederlage in 15 internationalen Auftritten in dieser Saison wieder wettzumachen. Der Gesamtsieger trifft im Achtelfinale auf den Gewinner aus Hertha BSC - Rapid Bukarest (1. Spiel 0:1).

Stuttgart verliert 1:2 gegen Middlesbrough 
Martin Stranzls VfB Stuttgart muss nach der zweiten Niederlage unter Trapattoni-Nachfolger Armin Veh den Traum vom Einzug ins Achtelfinale des UEFA-Cups praktisch begraben. Gegen den FC Middlesbrough kassierte der schwäbische Fußball-Bundesligist am Donnerstagabend trotz spielerischer Überlegenheit im Zwischenrunden- Hinspiel eine 1:2 (0:1)-Pleite. Jimmy Floyd Hasselbaink (20. Minute) nach einem kapitalen Schnitzer von Fernando Meira und Stuart Parnaby (46.) direkt nach der Pause trafen zur 2:0-Führung für die Briten. Der VfB kam vor 21 000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion durch Danijel Ljuboja (85.) nur noch zum Anschlusstreffer.

Der FC Middlesbrough, der zuvor in dieser Saison im UEFA-Cup noch ohne Gegentor war, kam mit breiter Brust nach Stuttgart. Die Briten hatten in der Premier League Spitzenreiter FC Chelsea mit 3:0 besiegt. Veh hatte seine Elf im Vergleich zu seinem misslungenen Einstand bei Arminia Bielefeld (1:2) gleich auf fünf Positionen verändert.

Der offensiv aufspielende VfB agierte beherzter und selbstbewusster als noch unter Ex-Coach Giovanni Trapattoni. Gleich zu Beginn der ersten Hälfte kam Ljuboja (2.) zu einer guten Möglichkeit. Der Angreifer spitzelte am Strafraum George Boateng den Ball vom Fuß und scheiterte an Keeper Mark Schwarzer, der früher bei Dresden und Kaiserslautern im Tor stand. Nach 16 Minuten vergab Jon Dahl Tomasson nach einer schönen Kombination von Meira und Ljuboja. Nur zwei Minuten später verpasste der Stürmer eine Hereingabe von Jesper Grönkjaer.

Wie aus heiterem Himmel kamen die Gäste zur Führung: Der von Veh wieder in die Abwehrreihe beorderte Meira schoss George Boateng in den Rücken, den Abpraller verwertete Hasselbaink zum 1:0 und stellte damit den Spielverlauf auf den Kopf. Nach dem Aussetzer leistete sich der verunsichert wirkende Meira auf dem schweren Boden noch weitere Patzer, die der Tabellen-16. der englischen Liga aber nicht nutzen konnte. Chancen erspielten sich nur die Schwaben: Die Möglichkeit zum Ausgleich noch vor der Pause hatten Zvonimir Soldo (37.) mit einem Distanzschuss und Tomasson (39.).

Die zweite Hälfte begann mit dem K.o. für die Schwaben: Nach 55 gespielten Sekunden vollendete Parnaby eine Hereingabe von Boateng, der sich auf der rechten Seite durchgesetzt hatte. Der Wille des VfB war nach dem 0:2 gebrochen, die Elf wirkte verunsichert und erspielte sich nur noch wenige Chancen. Für Druck sorgte lediglich über die rechte Seite der agile Grönkjaer. Die Briten zogen sich nach der beruhigenden Führung zurück und taten nichts mehr für die Offensive. Kurz vor dem Ende traf Ljuboja mit einem direkten Freistoß ins untere linke Eck zum 1:2-Endstand.

Martin Stranzl wurde zur Pause ausgewechselt. Das Rückspiel findet am 23. Februar statt.

Stadion vor Matchbeginn geräumt
Rund eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff war die Haupttribüne des Gottlieb-Daimler-Stadions wegen eines angeblichen Feuers evakuiert worden. Wie sich wenig später herausstellte, war ein Fehlalarm der Grund für die Räumung.

 

Donnerstag, 17. Juni 2021
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