Ehen halten selten

Scheidungen mit Rosenkrieg auch am Land

Jede zweite Ehe in Oberösterreich zerbricht - doch das Stadt-Land-Gefälle wird flacher: Während die Scheidungszahlen in Ballungsräumen leicht sinken, steigen sie in den ländlichen Gebieten an. Der Rosenkrieg geht meist von den Frauen aus: Sie sind selbstbewusster, finanziell unabhängig, fordern ihre Rechte!

Der Trend zeichnet sich seit Jahren ab: So blieb die Scheidungszahl in Linz in drei Jahren zumindest konstant, sank 2005 sogar von 592 auf 588, in Steyr von 128 auf 122. Ebenso in stadtnahen Bezirken wie Linz Land (von 342 auf 325) und Wels-Land (von 125 auf 96). Einziger Ausreißer: Wels-Stadt (Anstieg von 134 auf 172). Am Land hingegen schnellen die Zahlen merkbar hinauf: In Braunau zum Beispiel von 154 auf 169, in Freistadt von 87 auf 99, in Kirchdorf von 74 auf 109, in Perg von 105 auf 127 und in Steyr-Land von 87 auf 114.

Laut Statistik trennen sich zwar 80 Prozent aller Paare einvernehmlich, beim Rest aber fliegen die Fetzen. Auch auf dem Land. Der Linzer Dr. Günter Tews als Anwalt und seine Gattin Margreth als Mediatorin bestätigen: „Es wird mehr gestritten als früher. Denn Frauen lassen sich einfach nicht mehr so viel gefallen und bei einer Trennung auch nicht mehr mit Almosen abspeisen. Heute fordern die Frauen resolut ein, was ihnen zusteht.“

In der Mehrheit sind es ebenfalls schon die Frauen, die eine Trennung fordern. Scheidung ist auch auf dem Land kein Makel mehr, sondern Alltag geworden.

 

 

 

Foto: Martin Jöchl

Samstag, 19. Juni 2021
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