Öl- und Gasförderung

Norwegen will nicht „grüne Batterie“ Europas sein

Außenpolitik
24.08.2026 13:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Norwegens Regierung geht in der Energiepolitik auf Konfrontationskurs zur EU. Das Land will an seinen Plänen zur Öl- und Gasförderung in der arktischen Barentssee festhalten, wie Energieminister Terje Aasland am Montag sagte. 

„Wir werden diese Gebiete erschließen, und dann wird es an der EU liegen, ob sie ein Moratorium für den Kauf dieses Gases oder Öls verhängen will“, sagte er weiter. Die EU befürwortet aus Umweltschutzgründen eigentlich ein Verbot neuer Bohrungen in der Arktis. Allerdings hat sich die geopolitische Sicherheitslage geändert und die Ressourcen werden zunehmend knapper.

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine 2022 ist Norwegen zum größten Gaslieferanten Europas aufgestiegen. Das Land deckt rund 30 Prozent des Bedarfs der EU und Großbritanniens. Es will seine Öl- und Gasproduktion mindestens bis 2035 auf dem derzeitigen Niveau halten. Ohne die Erschließung neuer Vorkommen droht die Förderung jedoch nach 2030 stark zu fallen. Aus der Barentssee könne in die ganze Welt geliefert werden, sagte der Chef des norwegischen Ölkonzerns Equinor, Anders Opedal. „Das Einzige, was darunter leiden wird, ist tatsächlich die europäische Sicherheit.“

Zitat Icon

Wir werden diese Gebiete erschließen, und dann wird es an der EU liegen, ob sie ein Moratorium für den Kauf dieses Gases oder Öls verhängen will.

Norwegens Energieminister Terje Aasland hält an der Gas- und Ölförderung fest.

„Idee fehlerhaft“
Equinor hat nun einen langfristigen Erdgas-Liefervertrag mit dem deutschen Energiekonzern Uniper abgeschlossen. Demnach liefert Equinor ab 2027 jährlich mehr als 30 Terawattstunden Erdgas nach Deutschland, und zwar über bestehende Pipelines. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Aus Norwegen kamen im vergangenen Jahr rund 44 Prozent des deutschen Gasverbrauchs.

Die Politik hatte auch den Bau neuer Stromverbindungen vorangetrieben, unter anderem ebenfalls nach Deutschland. Daraufhin stiegen die Strompreise. Man werde keine neuen Verbindungsleitungen mehr bauen, aber im Stromsektor weiter mit Europa zusammenarbeiten, sagte Aasland. Die Länder sollten ihre eigene stabile Stromversorgung stärken. Die Idee, dass Norwegen als „grüne Batterie“ für Europa dienen könne, sei fehlerhaft gewesen, sagte der Energieminister.

Streit um Ölförderung vor dem Obersten Gericht
Die norwegische Regierung zieht unterdessen im Streit um die Ölförderung vor das Oberste Gericht des Landes. Sie will damit ein Urteil niederer Instanzen kippen lassen, das die Genehmigungen für drei Ölfelder wegen mangelnder Klimaprüfung für ungültig erklärt hatte. Geklagt hatten die Umweltorganisationen Greenpeace und Friends of the Earth. Zwei der betroffenen Felder sind bereits in Betrieb, das dritte soll im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung