Opfer war Beamter

Bei Obsorge-Streit flog die Faust: Papa verurteilt

Salzburg
24.08.2026 13:31

Ein Termin bei der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Salzburg artete in Kriminalität aus: Ein Vater schlug einen Beamten. Dann packte er sein sechs Monate altes Baby und wollte mit dem Kind fliehen. Vor Gericht legte er nach einigem Hin und Her doch noch ein Geständnis ab. Folge: Haft!

Wenn es um ein kleines Kind geht, wird die Sache schnell emotional: Das zeigt ein Fall, der am Montag im Salzburger Landesgericht verhandelt wurde. Angeklagt war ein staatenloser Vater (35) mit russischen Wurzeln. Er soll am 2. Juli beim Jugendamt der Stadt Salzburg einen Beamten geschlagen und dann sein sechs Monate altes Kind aus dem Kinderwagen geholt haben, um mit dem Säugling zu fliehen. Die Obsorge hatte er nicht. Der Termin war auch eigentlich gedacht, die Obsorge für die Zukunft zu klären.

Auf Zeugenaussagen folgte Geständnis
Körperverletzung, Nötigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Kindesentziehung lauteten deshalb die Vorwürfe. Anfangs zeigte sich der in U-Haft sitzende vorbestrafte Angeklagte wenig einsichtig: Den Beamten will er nicht geschlagen haben, vielmehr habe dieser ihn geschlagen, meinte er. Auch seiner Schwiegermutter, die eigentlich auf das Kind aufgepasst hatte, will er nur die Hand weggeschlagen haben. Sie selbst sprach aber viel mehr von einer „sehr heftigen Rangelei“ und betonte: „Ich wollte das Kind vor ihm schützen.“ Weitere Zeugenaussagen belasteten den Vater. Letztlich gab er die Vorwürfe doch alle zu.

Das Urteil: Zwölf Monate Haft, davon drei Monate unbedingt. Die Obsorge für das Kind hat jetzt das Jugendamt.

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