25 Jahre Graf-Film

Kärntner Filmlegende feiert und sagt leise Servus

Kärnten
22.08.2026 09:00

Am 28. August wird im Burghof groß gefeiert. Filmproduzent Klaus Graf begeht sein 25-Jahr-Jubiläum. Um 18.30 Uhr wird die 25. Folge des „Zürich-Krimi“ gezeigt. Die gesamte Filmcrew rund um Christian Kohlund ist dabei. Es wird ein Abend voller Filmstars. Und Klaus Graf sagt heuer leise Servus.

Es wird ein Abend, der Filmgeschichte, Familiengeschichte und ein Stück Kärntner Lebensgefühl miteinander verbindet: Am 28. August feiert Filmproduzent Klaus Graf im Klagenfurter Burghof sein 25-jähriges Firmenjubiläum. Ab 18.30 Uhr steht dabei die 25. Folge des „Zürich-Krimi“ im Mittelpunkt. Mit dabei ist die Filmcrew rund um Hauptdarsteller Christian Kohlund. Für die passenden Drinks sorgt Cocktail-Weltmeister Mario Hofferer.

Das „Wunder von Kärnten“ brachte den Emmy.
Das „Wunder von Kärnten“ brachte den Emmy.(Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)
Klaus Graf mit Gattin Margot und Zürich-Krimi-Star Christian Kohlund.
Klaus Graf mit Gattin Margot und Zürich-Krimi-Star Christian Kohlund.(Bild: Blitzlicht)

Für Klaus Graf ist es ein besonderer Abend – nicht nur, weil er auf ein Vierteljahrhundert als Unternehmer zurückblickt. Der 68-Jährige hat längst begonnen, die Verantwortung für sein Filmimperium an die nächste Generation weiterzugeben. Tochter Livia Graf-Bechler führt das Familienunternehmen inzwischen gemeinsam mit ihrem Vater. Seit 2024 ist sie Geschäftsführerin und Miteigentümerin der Graf-Film-Unternehmen in Klagenfurt und München.

Tochter Livia ist der perfekte Nachfolger
„Livia macht das ausgezeichnet“, sagt Graf. Und sein eigener Abschied aus der ersten Reihe wird konkreter: „Bis zum Jahresende zieh ich mich mehr und mehr aus dem Unternehmen zurück.“ Künftig wolle er „ein Unternehmer im Hintergrund“ sein. Das sei genug, so der erfahrene Produzent.

Dass er sich diesen Rückzug leisten kann, liegt auch an einer außergewöhnlichen Bilanz. Klaus Graf gründete 2001 die Graf Filmproduktion in Klagenfurt und ein Jahr später die Graf Film GmbH in München. Inzwischen stehen 120 produzierte Filme zu Buche.

Der Emmy als Höhepunkt
Sein international größter Erfolg war „Das Wunder von Kärnten“. Das Drama nach einer wahren Begebenheit gewann 2013 in New York den International Emmy Award in der Kategorie „TV Movie/Mini-Series“. Graf erinnert sich bis heute an diesen besonderen Moment. „Ich bin unglaublich dankbar, dass ich das miterleben durfte.“

Der Emmy blieb nicht die einzige Auszeichnung in der langen Filmära. „Wir erhielten noch zwei zwei Romys, deutsche Filmpreise oder den Kitzbühel-Filmpreis.“ Auch das Land Kärnten zeichnete Graf nach dem Emmy-Erfolg mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen aus.

Udo Jürgens als Herzensprojekt
Eine besonders intensive Verbindung hatte Graf zu Udo Jürgens. „Der Mann mit dem Fagott“, die Verfilmung der Familiengeschichte des Kärntner Entertainers, wurde zu einem großen Erfolg und erhielt unter anderem eine Romy und einen Bambi. Graf bezeichnet die Zusammenarbeit mit Jürgens selbst als eines der Highlights seines Filmschaffens. Auch „Ich war noch niemals in New York“, nach dem Musical von Udo Jürgens, gehört zu Grafs Filmografie. Bei der Kinoproduktion war Graf als Koproduzent beteiligt.

Mit Udo Jürgens verband Klaus Graf nicht nur wegen den Filmen viel.
Mit Udo Jürgens verband Klaus Graf nicht nur wegen den Filmen viel.(Bild: Filmwelt)

Doch Graf konnte nicht nur mit großen Namen arbeiten – er machte auch viele große Namen zu einem Teil seiner Filmwelt. Mario Adorf stand 2005 bei „Vera - die Frau des Sizilianers“ vor der Kamera. Ein Jahr später  Fritz Wepper in „Das Weihnachts-Ekel.“ Dazu kamen Schauspielgrößen wie Heinz Hoenig, Ottfried Fischer, Wolfgang Fiereck, Tobias Moretti, Heino Ferch, Harald Krassnitzer, Philipp Hochmair, Adele Neuhauser, Heike Makatsch, Thomas Stipsits, Wolfgang Böck oder Katharina Böhm.

Die Palette seiner Produktionen reicht von Krimis und TV-Dramen bis zu Kinofilmen. „Der Zürich-Krimi“ gehört dabei zu den bekanntesten Reihen des Hauses. Die aktuelle 25. Folge wurde von Graf Film mit Klaus Graf und Livia Graf-Bechler als Produzenten realisiert; Christian Kohlund spielt darin erneut Thomas Borchert, Ina Paule Klink seine Kanzleichefin Dominique.

Vom ersten Film zum Familienunternehmen
Der Weg begann für Graf mit „Auch Erben will gelernt sein“. Seither hat sich aus der Produktionsfirma ein Unternehmen entwickelt, das zu den prägenden Filmproduzenten Kärntens zählt. Die Graf Filmproduktion ist auch im internationalen Filmgeschäft aktiv.

Dabei ist der Generationenwechsel längst Realität. Tochter Livia Graf-Bechler ist inzwischen nicht nur Mitgesellschafterin, sondern prägt das Unternehmen auch inhaltlich. Nachhaltige Filmproduktion ist etwa eines ihrer Schwerpunktthemen. Graf Film ist seit 2021 Lizenznehmer des Österreichischen Umweltzeichens; Livia zählt zudem zu den ersten „Green Film Consultants“ Österreichs. Klaus Graf sieht die Entwicklung mit Stolz. „Es ist schön zu sehen, wie meine Tochter das Unternehmen mit Engagement und Fachkenntnis weiterführt.“

Nun steigt also das große Fest zum 25-Jahr-Jubiläum. Und mittendrin ist Klaus Graf. Noch einmal steht er im Rampenlicht – bevor er sich künftig lieber ein wenig weiter hinten aufstellt. „Ein Unternehmer im Hintergrund“, sagt der 68-Jährige. Mehr müsse es nicht sein. Seine Filmgeschichte aber bleibt sichtbar: auf den Bildschirmen, in den Kinos und nun auch in der nächsten Generation der Familie Graf.

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