Das regionale Kunstschaffen zeigt Muskeln: Ein starkes Frauentrio bespielt die Schlossgalerie in Steyr und nennt die Schau provokant feministisch „Die Schalk in uns“: Witz, Ironie und ernste Themen werden lustvoll vermischt, dabei geht es handwerklich hochkarätig zur Sache.
Die Schlossgalerie Steyr im Schloss Lamberg zählt mit ihrer historischen Tramdecke zu den schönsten Ausstellungsräumen in Oberösterreich.
Aktuell ist hier ein Frauentrio zu Gast, das sowohl Installationen als auch Grafiken, Leinwandbilder und Arbeiten in Stencil-Technik in der Tradition von Graffiti präsentiert. Als gemeinsame Klammer wurde der Titel „Die Schalk in uns“ gewählt – der ungewohnte weibliche Artikel ist bewusst gesetzt, denn es geht um eine liebevoll-provokante Verschiebung der Weltwahrnehmung. Und ungewohnt für Kunst, die immer ganz ernst bleiben will: Humor ist dieses Mal erlaubt!
Surrealismus als passendes Mittel
Im „hintergründigen Humor“ stecken oft gesellschaftliche Fragestellungen, meint dazu Petra Kodym, Künstlerin aus Ebensee. Sie beschäftigt sich mit menschlichen Wünschen und Sehnsüchten. In ihren Wandobjekten verbindet sie comicartige Motive mit surrealistischen Schockmomenten. So kommt einem Gesicht die Nase abhanden, oder eine Zunge erscheint verdoppelt und gespalten. Freilich wird alles mit Augenzwinkern und auch handwerklicher Präzision in Szene gesetzt.
Papierflieger, Schaukel
Helga Schager aus Linz präsentiert Bilder in urbaner Stencil-Technik, die sie auf Röntgenbildern umsetzt. Ganz in der Tradition von Comics zeigt sie selbstbewusste Frauen, die rebellisch ihre Freiheit einfordern und ihre Träume leben. Symbole wie Papierflieger, Schaukeln, Leitern oder Stacheldraht sind in hochästhetischen Arbeiten wiederkehrende, erzählerische Elemente.
Dritte im Bunde ist die Steyrer Künstlerin Ottilie Großmayer, die in detailliert ausgestalteten Zeichnungen und Acrylbildern eine surreale Parallelwelt entwickelt, die zwischen Romantik und bitteren Anspielungen auf reale Situationen pendelt. Fazit: Kunst, die berührt und begeistert. Die Ausstellung ist bis 6. September zu sehen.