Optionen gehen aus

„Einzige Möglichkeit“ – doch wer will Verstappen?

Formel 1
18.08.2026 07:13
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Ein Abschied von Red Bull wird bei Max Verstappen immer wieder zum Thema. Doch selbst wenn der viermalige Weltmeister 2027 tatsächlich wechseln möchte, könnte es ein überraschendes Problem geben: Bei der Konkurrenz sind die Türen offenbar weitgehend zu.

Sollte Verstappen Red Bull tatsächlich verlassen wollen, käme für ihn wohl nur ein Rennstall infrage, der sportlich noch besser aufgestellt ist. Und davon gibt es laut Ex-Teamchef Günther Steiner nicht viele. „Wenn Max woanders hinwechselt, dann will er natürlich zu einem Team, das besser ist als Red Bull. Und es gibt nicht viele Teams, die besser sind als Red Bull“, erklärte Steiner im Podcast „Up To Speed“.

Auch wenn die Bullen derzeit nicht mehr das Maß aller Dinge sind, zählt Steiner sie weiterhin zur absoluten Spitze. „Vielleicht ist Red Bull im Moment nicht dort, wo sie gerne wären – nämlich an der Spitze, wie noch vor einigen Jahren -, aber sie gehören immer noch zu den vier besten Teams.“

Günther Steiner
Günther Steiner(Bild: AFP/APA/BENJAMIN CREMEL)

Mercedes-Tür für Verstappen zu?
Damit bleiben als mögliche Ziele eigentlich nur Ferrari, Mercedes und McLaren. Doch auch dort sieht Steiner kaum Möglichkeiten. „Bei Ferrari sind die Plätze besetzt. Bei Mercedes haben sie, glaube ich, inzwischen den nächsten Max Verstappen gefunden. Vielleicht brauchen sie den echten Max Verstappen also im Moment gar nicht.“

Gemeint ist Kimi Antonelli. Der Mercedes-Youngster führt aktuell die Weltmeisterschaft an und könnte dafür sorgen, dass sich ausgerechnet jene Tür schließt, die für Verstappen in den vergangenen Jahren immer wieder als mögliche Option gehandelt wurde. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte gegenüber „Sky“ ohnehin bereits deutlich gemacht: „Wir wollen keine Veränderung. Ich bin zufrieden mit unseren beiden Fahrern. Diese Fahrerpaarung ist gut für uns.“

Kimi Antonelli überzeugt bei Mercedes.
Kimi Antonelli überzeugt bei Mercedes.(Bild: AFP/ANDREJ ISAKOVIC)

McLaren als „einzige Möglichkeit“
Für Steiner bleibt damit theoretisch nur noch ein Spitzenrennstall übrig. McLaren sei „die einzige Möglichkeit“ für Verstappen, sollte dieser Red Bull zur Saison 2027 tatsächlich verlassen wollen. Allerdings schränkte der frühere Haas-Teamchef sofort ein: „Und ich weiß nicht, ob es diese Möglichkeit überhaupt gibt.“ Denn auch bei McLaren besteht aktuell wenig Bedarf. Boss Zak Brown erklärte vor der Sommerpause, mit Lando Norris und Oscar Piastri „sehr zufrieden“ zu sein.

Auch Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock rechnet deshalb nicht mit einem Verstappen-Wechsel. Man müsse zwar „abwarten“, wie sich der Fahrermarkt entwickle, aktuell vermute er aber, „dass [Verstappen] weiterhin bei Red Bull bleiben wird, weil einfach die Optionen nicht so vorhanden sind, wie er sie gerne hätte wahrscheinlich.“

Timo Glock
Timo Glock(Bild: GEPA)

„Mein Bauchgefühl sagt, er bleibt“
Die regelmäßigen Spekulationen überraschen Glock dennoch nicht. „Es gibt ja immer wieder verschiedene kleine Feuer, die angefacht werden, die das Thema immer wieder hochkochen lassen“, erklärte er im Podcast „Starting Grid“.

Seine Prognose fällt dennoch eindeutig aus: „Ich lasse mich überraschen, aber mein Bauchgefühl sagt, er bleibt bei Red Bull.“

Damit könnte es bei den vier Topteams für 2027 sogar komplett ruhig auf dem Fahrermarkt bleiben. Denn wie Glock festhält: „Am Ende steht und fällt alles mit [Verstappen].“

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