So, 22. Juli 2018

Geburtstagsinterview

06.10.2014 10:00

"Ogerl" wird 50: "War schneller als Ben Johnson"

Ikone, Grenzgänger, Austrianer – Andi "Ogerl" Ogris wird am Dienstag 50 Jahre alt. Zum "Runden" spricht er über Highlights, prägende Trainer und nächtliche Telefonate vorm Derby.

"Krone": Andi, du warst Zeit deines 50-jährigen Lebens ein Grenzgänger. Ikone für die einen, gehasst von den anderen.
Andi Ogris: Das war mir immer egal. Entweder man mag mich, oder eben nicht. Genauso geht es mir mit gewissen Personen ja auch.

"Krone": Mit deiner Art hast du auch immer polarisiert.
Ogris: Weil die Leute immer ein falsches Bild hatten. Sie haben Ogris gehört und dachten an Zigaretten und Bier. Was die nicht wussten – und da kannst jeden Trainer fragen – ich hab' mich nie runtergelassen. Meine Einstellung und Laufbereitschaft waren immer top.

"Krone": Und du warst zudem sehr schnell?
Ogris: Laut einer Studie der damals fünf schnellsten Fußballer in Österreich – ich, Rodax, Abfalterer, Koiner und Heraf – war ich auf den ersten 20 Metern schneller als Ben Johnson, der damals schnellster Mann der Welt war. Ich brauchte dazu aber kein Doping.

"Krone": Was waren die Hightlights deiner Karriere?
Ogris: Puh, schwer. Jeder Meistertitel war sehr schön. Mein erstes Tor in meinem ersten Länderspiel 1986 gegen Albanien, der Treffer gegen die USA bei der WM 1990, der mir die internationale Karriere geebnet hat.

"Krone": Und wohl die Derbys?
Ogris: Ja, jedes einzelne. Manchmal hab ich mitten in der Nacht den Kienast aus dem Bett geläutet und hab gesagt: "Kannst du auch net schlafen?" Die Revanche hat aber nie geklappt. Ich hab' am Derbytag immer das Telefon ausgesteckt.

"Krone": Wer waren die besten Trainer, die du je hattest?
Ogris: Bitte nicht böse sein, wenn ich wen vergesse: Aber geprägt haben mich Thommy Parits und das Trio Prohaska/Sara/Obermayer bei der Austria sowie Luis Aragones bei Espanyol und Ernst Happel im Team.

"Krone": Zu dem es eine interessante Geschichte gibt?
Ogris: Ich wurde kurz vor der Teamchefpräsentation ins Tabakmuseum bestellt. Dort saß in einem Kammerl plötzlich der Happel, der neuer Teamchef werden sollte, und sagte zu mir: "Du bist mein Kapitän." Das macht einen schon stolz.

"Krone": Und Lieblingsmitspieler?
Ogris: Mit Franz Wohlfahrt hab' ich als Aktiver wohl mehr Zeit verbracht als mit meiner Frau.

"Krone": Gibt es etwas, was du an deiner Karriere bedauerst?
Ogris: Dass ich nie Champions League gespielt hab'. Aber vielleicht schaffe ich das als Trainer. Das wär neben Gesundheit für meine Familie und mich der Wunsch für die nächsten fünfzig Jahre.

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