Mi, 22. August 2018

krone.at-Satire

12.09.2014 10:12

Bayern-Profis dürfen nur noch spanisch sprechen

Endlich! Der geradezu spukhaft-visionäre FC Bayern komplettiert in seinem beispiellosen Schneid sein brillantes Oeuvre: Nach der Installierung eines spanischen Cheftrainers sowie insgesamt fünf spanischer Spieler wird jetzt - ganz im Sinne der Rummenigge'schen Forderung nach Weltoffenheit, Respekt und Toleranz - Spanisch als Amtssprache eingeführt.

Noch am Vortag war der Rummenigge Karli aus den lichten Höhen der Bayern-Chefetage ins hundsordinäre Grätzel der Sterblichen herabgestiegen, um dem ekelhaften journalistischen Bodenlurch märtyrer- und gleichzeitig prophetenhaft die Leviten zu lesen. Die Boulevard-Schmierfinken hatten es doch allen Ernstes gewagt, die Einkaufspolitik der Bayern bzw. die schleichende Espanyolisierung des Vereins zu hinterfragen. Reaktionäres, intolerantes, ja rassistisches Pack! Was bilden die sich denn ein, anderer Meinung als die Vereinsführung zu sein und diese auch noch ungeniert niederzuschreiben? So weit kommt's noch!

Neue Amtssprache
Na, die Oberg'scheiten von der Journaille würden Augen machen, wenn er seinen neuesten Coup bekannt gäbe, dachte sich der Karli, während er sich vor dem Schlafengehen wie jeden Abend "Großer Gott, wir loben dich" auf seinem Walkman reinzog. Und schritt am nächsten Morgen frohgemut zur Tat: Via YouTube-Video - der gewiefte Schnittmeister ließ Karlis Rede, ähnlich wie bei einer amerikanischen Sitcom, immer wieder von Jubelchören und heftigem Applaus unterbrechen - verlautbarte er, wonach die ganze (Fußball-)Welt sich sehnte: dass eine neue Amtssprache an der Säbener Straße eingeführt werde, Spanisch. Es gelte schließlich, der dieser Tage gebotenen Weltoffenheit Rechnung zu tragen.

Sprachgenies
Ein längst überfälliger und nur allzu logischer Schritt. Schließlich war Bayern immer schon der Arbeitgeber von so eloquenten Sprachgenies wie Lothar "I hope we have a little bit lucky" Matthäus oder Giovanni "Was erlauben Strunz?" Trapattoni gewesen. Jetzt also erklomm der Klub ohne Feinde den Gipfel der Toleranz. "Ab sofort darf im Stadion und am Trainingsgelände des FC Bayern nur noch spanisch gesprochen werden - sowohl von Spielern als auch von Fans", verkündete der Karli staatstragend.

"Hijos de puta" statt "Hurensöhne"
Ein Quantensprung! Auch hinsichtlich der Fankultur, schließlich musste jetzt auch die ganze Südkurve umdenken. Anstatt des zum Kulturgut aufgestiegenen Klassikers "BVB Hurensöhne" gilt es künftig, "Hijos de puta BVB" zu skandieren. Alonso, Thiago, Martinez und Co. sollen ja schließlich verstehen, wie die Schwarz-Gelben beleidigt werden.

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