krone.at-Satire

Red-Bull-Protest: Malmö lässt Rinder schlachten

Sport
18.08.2014 10:50
Sicher, das raubtierkapitalistische und volksverhetzende Unsympathler-Konglomerat, genannt Fußballklub, mit Hitler und Fritzl zu vergleichen, war ein geistreicher Anfang. Im Stadion das elende Teufelsgesöff zu verbieten, ein wertvoller Nachschlag. Um aber wirklich ein Zeichen gegen den weltweit wuchernden hochtoxischen Red-Bull-Terror zu setzen, tut die Stadt Malmö vor dem CL-Spiel gegen Salzburg das einzig Richtige: Sie lässt sämtliche Rinder, zuallererst diese widerlichen Bullen, schlachten.

Immerhin: Kolumnist Ronnie Sandahl, der scharfsinnige und visionäre Denker, der in Schweden nicht zu Unrecht als der nach Zlatan Ibrahimovic größte Philosoph firmiert, hatte die Zusammenhänge haargenau erkannt und formidabel zu Papier gebracht. Der Mateschitz'sche hegemoniale Wahn, der - welch schlimme Zeiten wir doch durchleben - tatsächlich im Sponsoring von, auch noch gut bezahlten, Sportlern und Teams gipfelt, ist das aktuell vielleicht größte Problem der Gesellschaft.

Kampf dem Kapitalismusmonster
Und da kämen jetzt die großkopferten Altnazis aus dem Zwergenstaat daher und wollten dem so herrlich weltoffenen und liberalen Schweden gegenüber - ganz offensichtlich aus verletztem Stolz, weil die Skandiavier bei PISA immer am besten abschneiden - die Moralkeule schwingen? Nur weil der Klub Malmö FF als Draufgabe den längst überfälligen Schritt im Kampf um die Eindämmung des zügellosen Kapitalismusmonsters tätigte und das eklig-süße Tschapperlwasser beim Spiel gegen Salzburg nicht ausschenkt? Na sonst noch was!

"Den Weltfrieden retten"
Mit der jetzt folgenden Aktion geht's dann dem ungustiösen Dosenimperium endgültig an den Kragen. Alle Rinder Malmös, begonnen bei den Bullen, werden gleichsam ausgerottet. Schließlich sind die abscheulichen Viecher zuletzt zum Symbol der picksüßen Barbarenlimonade und damit des flüssiggewordenen Bösen mutiert. "Wir müssen sämtliche Hinweise auf Red Bull aus unserer Umgebung tilgen. Das Schlachten der Rinder ist ein unausweichlicher Schritt", verkündete der Bürgermeister mit gerechtfertigtem Stolz: "Nur so können wir den Weltfrieden retten." Genau!

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