23.01.2006 18:34 |

Immer obskurer

"Taschengeld" für Irak-Geisel Osthoff?

Die jetzt bekannt werdenden Details um die Entführung der Deutschen Susanne Osthoff im Irak werden immer obskurer. Wie berichtet, wurden bei der Frau nach ihrer Freilassung Teile des von der deutschen Regierung bezahlten Lösegeldes gefunden. Angeblich, so heißt es jetzt, ein „Taschengeld“, das ihr die Kidnapper zugesteckt haben sollen.

Die sich aufdrängenden Vermutungen, die eigenwillige, stets in Geldnöten befindliche Archäologin habe ihre Entführung selbst organisiert, um ihre Projekte im Irak finanzieren zu können, wird von den deutschen Behörden strikt zurückgewiesen.

„Für diese Spekulationen haben wir keinen Beleg“, erklärt ein Sicherheitsbeamter der „Süddeutschen Zeitung“. Das Ermittlungsverfahren beim Bundeskriminalamt läuft nach wie vor gegen unbekannt: „Wir gehen derzeit zumindest fest davon aus, dass Frau Osthoff das Opfer einer Entführung war.“

Fünf Millionen Dollar Lösegeld
Alles andere wäre wohl auch zu peinlich, hat die deutsche Regierung doch kolportierte fünf Millionen Dollar an Lösegeld bezahlt. Das Außenministerium hat jedenfalls striktes Stillschweigen angeordnet. Die offenbar lancierte Erklärung, wie Susanne Osthoff zu den rund 3000 Dollar aus dem Lösegeld (übereinstimmende Seriennummern) gekommen ist, die nach ihrer Freilassung bei ihr gefunden wurden, klingt jedenfalls mehr als seltsam. Die Terroristen hätten der Frau das Geld vor ihrer Freilassung zugesteckt. Quasi als Wiedergutmachung und damit sie nicht mittellos dastehe.

Bei ihrer Entführung hatte Osthoff angeblich 2668 Dollar bei sich, die ihr die Kidnapper abgenommen haben. „Vielleicht“, so ein Beamter in der „Süddeutschen Zeitung“, „wollten sie das dann zurückgeben und haben in die falsche Kasse gegriffen. In die Kasse mit dem Lösegeld eben.“

Text: Christian Hauenstein, Kronen Zeitung