07.08.2014 17:59 |

Ukraine-Krise

Der Maidan in Kiew brennt wieder

Auf dem seit Monaten von Demonstranten besetzten Kiewer Unabhängigkeitsplatz (Maidan) ist es erneut zu schweren Bränden und Zusammenstößen gekommen. Etwa 300 städtische Mitarbeiter hatten am Donnerstag versucht, die seit Dezember bestehenden Barrikaden zu räumen. Aktivisten stellten sich den Arbeitern in den Weg, konnten aber die weitgehende Räumung nicht verhindern.

Die Bewohner des dort errichteten Zeltlagers zündeten als Protest gegen das Vorgehen Reifen an und warfen Brandsätze, wie Medien berichteten. Mehrere Mitarbeiter wurden den Behörden zufolge verletzt. Über der Innenstadt bildete sich eine Rauchwolke. Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, Bürgermeister Vitali Klitschko habe keinen Befehl zur Räumung erlassen.

Demonstranten verlangen vorgezogene Wahlen
Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar sieht die neue proeuropäische Regierung unter Präsident Petro Poroschenko den Dauerprotest auf dem Maidan als überflüssig an. Allerdings verlangen die zu Hunderten versammelten Demonstranten weiter vorgezogene Parlamentswahlen und den Beginn von Reformen.

Nach dem Sturz der Vorgängerregierung hatte sich der Brandherd in den Osten und Südosten des Landes verlagert. Nach wie vor kämpfen dort prorussische Separatisten gegen die ukrainische Armee. Die Führung in Kiew und der Westen werden Russland vor, die Krise gezielt provoziert zu haben und die bewaffneten Milizen mit Waffen, Personal und Know-how zu unterstüzen.

Angst vor russischer "Friedensmission" in der Ukraine
In den vergangenen Tagen haben sich zudem der Reihe nach die USA, Polen und danach auch die NATO besorgt wegen erneuter Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine gezeigt. Das Land habe rund 20.000 Soldaten im Grenzgebiet stationiert, hieß es in einer Aussendung des Verteidigungsbündnisses am Mittwoch. Man sei besorgt, Moskau könnte "eine humanitäre oder eine Friedensmission als Vorwand nutzen, um Truppen in die Ostukraine zu senden." Vor diesem Hintergrund sicherte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen der ukrainischen Regierung die Unterstützung des westlichen Militärbündnisses zu.

NATO sichert Kiew umfassende Unterstützung zu
"Die NATO steht bereit, die Ukraine zu unterstützen" mit Beratern und anderen Mitteln, sagte Rasmussen am Donnerstag bei einem Besuch in Kiew. Rasmussen warf Russland vor, die Ukraine weiterhin zu destabilisieren und die prorussischen Separatisten zu unterstützen. Durch den Konflikt im Osten des Landes seien "die Freiheit und die Zukunft der Ukraine" bedroht, sagte der NATO-Generalsekretär.

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