Sa, 23. Juni 2018

Giglio ohne "Costa"

24.07.2014 18:01

Ende eines Albtraums mit ein bisschen Wehmut

Vom Ende eines Albtraums sprach Bürgermeister Sergio Ortelli, als das Wrack der "Costa Concordia" am Mittwoch nach zweieinhalb Jahren von Giglio weggeschleppt wurde. Auf der kleinen toskanischen Insel kommt allerdings auch Wehmut auf. "Wir hatten uns an die Mitglieder des Bergungsteams gewöhnt, auch die vielen Journalisten werden uns fehlen", meinten Einwohner Giglios.

Sie verlieren nämlich auch Kunden für ihre Hotels und Restaurants. Der Tross der Journalisten ist Richtung Genua weitergezogen, wo das Kreuzfahrtschiff am Samstag zur Verschrottung eintreffen soll.

Hotelbetreiber hoffen auf Rückkehr der Touristen
Damit wird die Insel mit ihren 1.500 Einwohnern aus den Schlagzeilen verschwinden und wieder ausschließlich ein Paradies für sonnenhungrige und ruhebedürftige Gäste werden. "Nach dem Unglück sind viele Touristen weggeblieben, weil das Wrack vor der Insel in ihnen böse Bilder des Unglücks weckte. Jetzt hoffen wir, dass sie wieder zurückkehren werden", sagte ein Hotelbetreiber.

Ganz ruhig wird es auf Giglio vorerst aber ohnehin noch nicht. Die Spuren der Bergung müssen beseitigt, Container, Bergungsgeräte und Plattformen entfernt werden. Der durch die "Costa Concordia"-Havarie in Mitleidenschaft gezogene Meeresboden muss wiederhergestellt werden. Dies wird mehr als zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Umwelt rund um die Insel wird noch mehrere Jahre überwacht.

Multimediales Museum auf Giglio geplant
Außerdem plant man ein multimediales Museum in Erinnerung an das Schiffsunglück. Geplant ist die Renovierung eines alten Turms, der in ein Museum umgewandelt werden soll. Dieses soll in einem Areal mit einem archäologischen Gelände entstehen. "Es wird sich um ein komplett multimediales Museum handeln, ohne Gegenstände, nur mit Videos, Bildern und interaktivem Material, die unter anderem die spektakuläre Bergung bezeugen sollen", erklärte Giglios Bürgermeister Sergio Ortelli. Das Museum soll in zwei Jahren eingeweiht werden.

Abtransport der "Costa Concordia" läuft nach Plan
Der Abtransport der "Costa Concordia" läuft derzeit laut den verantwortlichlichen Bergungsteams plangemäß. Ab Freitag beginnt allerdings der schwierigste Teil der Reise, da der Kreuzfahrtriese auf offener See fahren wird. Hohe Wellen sind für das Schiff gefährlich. Das Wrack ist mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) unterwegs und wird voraussichtlich in der Nacht auf Sonntag die ligurische Hafenstadt erreichen.

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